Kolping veröffentlicht Orientierungshilfe für Umgang mit der AfD

Kolping Deutschland hat eine Orientierungshilfe für den Umgang mit der AfD herausgegeben. Zudem appellierte der katholische Sozialverband am Dienstag eindringlich, "die Folgen der eigenen Haltung und von Wahlentscheidungen für die demokratische und freiheitliche Gesellschaft in Deutschland zu bedenken".
Demokratiefeindliches und völkisches Denken
Kolping Deutschland hatte die AfD bei seiner Bundesversammlung im vergangenen November zu einer Organisation erklärt, die mit den Werten und Zielen von Kolping nicht vereinbar sei. Die Mitgliedschaften im Kolpingverband und der AfD seien nicht miteinander vereinbar. "Das in Wort und Schrift geäußerte demokratiefeindliche und völkische Denken der AfD und vieler ihrer Mitglieder steht im Widerspruch zu den christlichen Werten, für die Generationen von Engagierten bei Kolping stehen", führte der Verband zur Begründung aus.
Die Reaktionen, die der Unvereinbarkeitsbeschluss vor allem außerhalb des Verbandes hervorrief, habe Kolping Deutschland dazu veranlasst, eine Orientierungshilfe herauszugeben: "Diese soll Kolpingmitgliedern, insbesondere Leitungskräften für Diskussionen sowie für die Organisation von Veranstaltungen Unterstützung und Argumentationshilfen bieten."
Keine pauschale Verurteilung von AfD-Sympathisanten und -Wählern
Weiter erklärte der Sozialverband, dass es nicht seine Absicht sei, all jene zu verurteilen, die – vielleicht auch aus Enttäuschung und Frustration – mit der AfD sympathisierten, sie vielleicht sogar wählten. "Der Bundesvorstand ruft sie dennoch entschieden und ausdrücklich dazu auf, die eigene Haltung und das eigene Handeln zu hinterfragen." Der Vorstand sei davon überzeugt, dass es der falsche Weg sei, den Versprechungen von Rechtspopulisten und Rechtextremisten zu vertrauen und ihren politischen Zielen zu folgen. "Insbesondere auch bei Wahlen gilt es, die Folgen für die Demokratie sowie das zivilgesellschaftliche und kirchliche Leben in Deutschland zu bedenken", so der Verband.
Kolping erklärte, dass man sich als Verband bei der aktiven Mitwirkung an der Gestaltung einer menschenwürdigen Welt von den Prinzipien der katholischen Soziallehre leiten lasse. "Sie geben Orientierung für eine soziale Ordnung, die unserem christlichen Menschenbild entspricht." Kolping Deutschland hat bundesweit rund 200.000 Mitgliedern in etwa 2.100 Kolpingsfamilien vor Ort. Schwerpunkte des Engagements sind die Arbeit für junge Menschen, Arbeitswelt, Familie und die „Eine Welt“. (stz)
Linktipp
Hier finden Sie die Orientierungshilfe von Kolping Deutschland zum Umgang mit der AfD als pdf.