"Toleranter Christ"

"Bunte" zählt Kardinal Marx zu den "Aufsteigern der Woche"

Veröffentlicht am 30.04.2026 um 09:11 Uhr – Lesedauer: 

München ‐ Was haben eine Basketball-Legende und ein Hollywood-Star mit Kardinal Reinhard Marx gemeinsam? Alle drei gehören laut "Bunte-Barometer" zu den "Aufsteigern in dieser Woche". Was beim Münchner Erzbischof dazu führte.

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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat es in der aktuellen "Bunte"-Ausgabe in die Rangliste der "Aufsteiger der Woche" geschafft. Der 72-Jährige erweise sich als "toleranter Christ", heißt es in der Zeitschrift zur Begründung. Denn Marx erlaube in seinem Erzbistum München und Freising die Segnung homosexueller Paare: "Der Freisinger Mariendom wird sicher künftig mit Liebe überschüttet."

Zu den insgesamt drei Prominenten in der Rubrik "Aufsteiger" gehören neben dem Erzbischof noch Dirk Nowitzki und Sandra Bullock. Der 47-jährige Sportstar wurde jüngst in die "Hall of Fame" des Basketballs aufgenommen. Die US-Schauspielerin (61) wird für ihren erst kürzlich eingerichteten Instagram-Account gefeiert, der nach dem ersten Post sofort Millionen Follower gehabt habe.

Kritik vom Papst

Papst Leo XIV. hatte vor einer Woche die Entscheidung von Marx und anderen deutschen Bischöfen kritisiert, förmliche Segnungsfeiern für homosexuelle und andere Paare zu erlauben, die nicht kirchlich heiraten dürfen. Zugleich hatte er betont, die Kirche segne alle Menschen und Fragen zur Sexualität stünden nicht im Zentrum der kirchlichen Lehre. Themen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit von Frauen und Männern sowie Religionsfreiheit hätten "eine viel höhere Priorität".

Marx hatte in einem Schreiben an die Seelsorger seines Erzbistums empfohlen, die Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zur Grundlage ihres seelsorglichen Handelns zu machen. Ein Knackpunkt ist, dass darin offizielle Segensfeiern vorgesehen sind für homosexuelle Paare oder Paare, die nach einer Scheidung wieder zivil verheiratet sind. Der Vatikan dagegen hat zwar nichts gegen spontane und eher beiläufige Segnungen, wenn solche Paare das wünschen. Allerdings dürfe es keine offiziellen Feiern geben, die den Anschein einer kirchlichen Trauung vermitteln könnten. (KNA)