Erzbischof auf Pilgertour – Google und Buch führen teils falsch
Auf den Spuren seines Ordensgründers Franz von Assisi ist der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz mehr als 460 Kilometer gepilgert und hat dabei rund 660.000 Schritte zurückgelegt. Von Florenz bis nach Rom sei er dabei gelegentlich auf falsche Wege geraten – dank Google und einem Pilgerbuch, wie der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem kirchlichen Portal "kirche-und-leben.de" berichtet. Das Interview erschien zuerst in der Wochenzeitung des Salzburger Erzbistums. Lackner gehört dem Franziskanerorden an.
Den Franziskusweg zu gehen, sei für ihn ein "aufgelegter Elfmeter" gewesen, sagte Lackner weiter. An zentralen Stationen im Leben des heiligen Franziskus sei er existenziellen Themen begegnet – etwa in La Verna, dem "franziskanischen Golgotha". Dort habe Franz von Assisi der Überlieferung zufolge die Stigmata empfangen. Er sei krank gewesen, sein Orden stark gewachsen und schließlich zu groß für ihn geworden. "All das führte ihn in eine Art Burnout", so Lackner.
Der Erzbischof berichtet zudem von Begegnungen mit einfachen Menschen entlang des Weges. So habe er unter anderem einen Einsiedler getroffen und viele Gespräche in kleinen Dörfern geführt. Schwierige Momente habe es ebenfalls gegeben – etwa gleich am ersten Tag, als er sein Mobiltelefon im Zug vergaß. Einen Vergleich mit dem Jakobsweg wolle er nicht ziehen, betonte Lackner. Dieser verfüge über eine gut ausgebaute Infrastruktur, die auf dem Franziskusweg weitgehend fehle. "Es braucht viel mehr Eigendynamik", sagte der Erzbischof. (KNA)
