Advance Care Planning

DBK veröffentlicht Leitfaden für Hilfe in der letzten Lebensphase

Veröffentlicht am 04.05.2026 um 14:00 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Entscheidungen am Lebensende fallen oft schwer: Begleitung hilft, Ängste und Wünsche zu klären – für jeden ganz persönlich. Eine neue Orientierungshilfe der deutschen Bischöfe zeigt: So gelingt der Prozess.

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Wer Menschen in der letzten Lebensphase ihrer Persönlichkeit angemessen begleiten möchte, bekommt Unterstützung durch eine neue Orientierungshilfe der deutschen Bischöfe. Betroffene, Angehörige, Pflegende oder Auszubildende finden darin Unterstützung, Anregung und Perspektiven für eine Praxis der Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen, teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Montag mit.

Für viele Menschen sei es hilfreich, wenn Reflexions- und Entscheidungsprozesse kompetent begleitet würden. Gerade wenn es darum gehe, die eigenen Wünsche für die letzte Lebensphase festzuhalten, zum Beispiel mit der Christlichen Patientenvorsorge, komme es darauf an, den ganzen Menschen mit seinen Wünschen, Ängsten und Sorgen zu sehen.

Einen solchen Begleitungsprozess bezeichne der englische Begriff Advance Care Planning (ACP). Im Verlauf eines solchen Prozesses sollen sich die Begleiteten darüber klar werden, wie ihre medizinische, pflegerische, psychosoziale, aber auch seelsorgerliche und spirituelle Betreuung und Behandlung in Situationen gestaltet werden soll, in denen sie selbst nicht mehr in der Lage sind, einzuwilligen oder zu widersprechen.

Den ganzen Menschen sehen

Das neu vorgestellte Dokument "Ethische Orientierungshilfe zur Ausgestaltung von Advance Care Planning in kirchlichen Einrichtungen und Diensten" wurde von der DBK-Glaubenskommission mit Unterstützung zahlreicher Fachleute erarbeitet und mit Personen aus der Praxis beraten.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Vorsitzender der Glaubenskommission, schreibt dazu im Vorwort: "Wie bei vielen guten Ideen kommt es auch beim Advance Care Planning darauf an, wie gut es in der Praxis und im konkreten Alltag einer Klinik, einer Pflegeeinrichtung oder einer ambulanten Versorgung umgesetzt wird." Es gehe nicht darum, möglichst schnell zu einem ausgefüllten und unterschriebenen Formular zu kommen. "Nicht nur in kirchlich getragenen Einrichtungen, aber gerade da ist es unverzichtbar, dass in einem solchen Prozess der ganze Mensch mit seinen Bedürfnissen, Nöten, Sorgen, aber auch Wünschen und Hoffnungen und nicht zuletzt mit seinem Glauben in den Blick genommen wird", so Overbeck. (KNA)