Ein Jahr im Amt: Bischof Wilmer würdigt Papst Leo XIV.
Ein Jahr nach der Wahl des neuen Papstes hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, das Engagement von Leo XIV. für Frieden gewürdigt. "Papst Leo XIV. hat in seinem ersten Jahr gezeigt, dass Frieden nicht zuerst eine politische Formel ist, sondern eine Haltung des Herzens, die aus dem Evangelium kommt", betonte Wilmer am Freitag in Bonn.
Als Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 zum ersten Mal auf die Loggia des Petersdoms trat, habe er seine Amtszeit unter den Satz gestellt: "Der Friede sei mit euch allen!" Diese Worte seien als Leitmotiv seines Wirkens erkennbar, erklärte der Hildesheimer Bischof. "Dieser Gruß war mehr als ein erstes Wort. Er war Programm: ein geistlicher Auftrag an die Kirche und ein eindringlicher Ruf an die Welt."
Arme "kein Randthema"
Wilmer nannte es zudem ein "starkes Zeichen", dass der Papst sein erstes Lehrschreiben "Dilexi te" den Armen gewidmet habe. Denn: "Sie sind kein Randthema." Leo XIV. stehe damit in großer Kontinuität zu seinem verstorbenen Vorgänger Papst Franziskus. Wilmer würdigte zudem Leos erste Auslandsreisen, besonders in die Türkei und in den Libanon. Dies habe gezeigt, "wie wichtig ihm Einheit, Ökumene, interreligiöser Dialog und der Dienst am Frieden" seien.
"Dankbar nehme ich wahr, dass Papst Leo zugleich die synodale Erneuerung der Kirche im Blick behält", ergänzte Wilmer. "Er hört zu, ermutigt zur Begegnung und weiß um die Fragen, die viele Gläubige bewegen." Für die Kirche in Deutschland sei das ein wichtiges Zeichen. "Wir wollen unseren Weg in Verbundenheit mit der Weltkirche und im offenen Gespräch mit Rom weitergehen." Wilmer erinnerte sich auch an eine persönliche Begegnung mit Papst Leo Ende März: "In dieser wurde spürbar, was sein Pontifikat prägt: geistliche Klarheit und Verbundenheit mit der Weltkirche." (KNA)
