Ehesymbole und was dahinter steckt

Ring, Schleier, Stola: Was bedeuten diese Symbole bei der Hochzeit?

Veröffentlicht am 13.05.2026 um 00:01 Uhr – Von Jennifer Brodt – Lesedauer: 

Bonn ‐ Für Manch einen ist es der schönste Tag im Leben: Der Tag der Hochzeit. Welche Symbole es rund um die Ehe gibt und welche Bedeutung sie tragen, erklärt katholisch.de in diesem Artikel.

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Er geht vor ihr auf die Knie und hält ihr bei der Frage "willst du mich heiraten?" einen Verlobungsring hin. Sie antwortet mit "Ja" und trägt von nun an den Ring am linken Ringfinger. Schnell wird es ernst: Man bereitet sich auf den heiligen Bund der Ehe vor. Bereits bei der Ehevorbereitung begegnen den Liebenden viele Symbole, die für die Hochzeit eine zentrale Rolle einnehmen. Diese Bedeutung tragen die Symbole rund um den schönsten Tag im Leben.

Ringe

Als eines der wichtigsten Ehe-Symbole gilt nach wie vor der Ring: Er steht für die Unendlichkeit der Verbindung zwischen dem Paar, die durch den Bund der Ehe eingegangen wird. Aber auch für die unendliche Liebe Gottes, die die Beziehung tragen soll. Bereits in der Antike zeigte er Partnerverbindungen und im Frühmittelalter die Sippenzugehörigkeit der Frau zum Gatten an. Heute ist der Ring fest in der katholischen Hochzeitsliturgie verankert. Ab dem 9. Jahrhundert erhielt der Ehering durch Papst Nikolaus (800 - 867) eine sakrale Bedeutung, nämlich die lebenslange "Gattentreue", die auch vor Gott gelobt wird. Seit dem 13. Jahrhundert gehört der Ring fest zum kirchlichen Trauritus. Häufig entscheiden sich Eheleute beim Material der Eheringe für Gold oder Silber: Die Edelmetalle stehen symbolisch für den hohen Wert der Liebe und deren Unvergänglichkeit. Auch gilt der Austausch der Ringe als Zeichen des Vertrauens auf die Liebe füreinander. Der mit Weihwasser gesegnete Ehering wird in Deutschland nach der Trauung am rechten Ringfinger getragen.

Weihwasser

Das Weihwasser erinnert an die Taufe und den ewigen Bund, den Gott dadurch bereits mit den Menschen eingegangen ist. Diese Erinnerung gilt auch der bedingungslosen Liebe Gottes. Der Priester segnet das Brautpaar und anschließend die Gäste mit dem Wasser.

Ein Brautpaar sitzt vor dem Altar.
Bild: ©andrea-goeppel.de

Die kirchliche Trauung ist für viele Paare der schönste Tag in ihrem Leben.

Das Ja-Wort

Die Vermählung erfolgt durch ein ausgesprochenes Ja-Wort. Das ist kirchenrechtlich festgelegt, denn es ist notwendig, dass der Wille des Paares zur Ehe übereinstimmt. Dabei ist das "Ja"-Wort nur die Kurzform: Die Kirche empfiehlt, sich das Eheversprechen in "voller Länge" zu geben. Bereits bei der Befragung zum Eheprotokoll, dass vor der kirchlichen Hochzeit im Rahmen eines Traugesprächs verpflichtend ist, muss mit einer deutlichen Zustimmung auf die Fragen des Pfarrers geantwortet werden. Schließlich geht man einen heiligen Bund mit seinem Ehepartner/seiner Ehepartnerin ein.

Kleid und Schleier

Am Hochzeitstag trägt die Braut meist ein weißes Kleid, das an das Weiß des Taufkleides erinnert. In der Tradition galt Weiß in der Mode des wohlhabenden Bürgertums als Zeichen der Jugend und Unschuld. Zu den wichtigsten Accessoires bei der Braut zählt auch der weiße Schleier. Dieser wird häufig in der Frisur befestigt. Der ursprünglich germanische Brauch des Schleiers diente zum Schutz vor Dämonen. Später wurde der Schleier im Christentum zum Symbol der Jungfräulichkeit umgedeutet.

Stola

Der Bund des Ehepaars wird durch das Auflegen einer Stola auf die gereichten Hände symbolisch bestätigt. Dabei legt der Priester seine Hand auf die Stola mit den Worten: "Im Namen Gottes und der Kirche bestätige ich den Ehebund, den Sie geschlossen haben". Somit erhält das Brautpaar einen offiziellen Segen durch die Kirche, denn die Stola steht auch für die Kraft der Einheit, die dem Paar mitgegeben wird. Die Trauzeugen sehen diese symbolische Handlung und werden durch den Priester bestätigend bei Namen genannt.

Ein Priester legt seine Stola um die Hände eines Paares
Bild: ©KNA

Die Stola gehört zur kirchlichen Trauung immer dazu.

Trauzeugen

Eine große Ehre ist es, wenn man als befreundete Person der oder die Trauzeugin der Braut oder des Bräutigams sein darf. Historisch geht das auf dem Konzil von Trient 1563 zurück. Dort beschloss die Kirche, dass eine wirksame Ehe nur noch in Anwesenheit eines Priesters und zweier Zeugen zustande kommen dürfe. Nachdem der Priester die Vermählung des Paares bestätigt, dürfen die Trauzeugen die Hochzeitskerze an der Osterkerze anzünden.

Kerze

Ein weiteres schönes Symbol ist die individuell gestaltete Hochzeitskerze. An dieser kann später die Taufkerze der Kinder des Paares entflammt werden. Doch kann die Hochzeitskerze auch in den "schlechten Zeiten" der Beziehung angezündet werden.

Von Jennifer Brodt