Was bis Herbst 2028 passieren soll

Die Weltsynode geht weiter – Vatikan veröffentlicht Leitlinien

Veröffentlicht am 20.05.2026 um 15:45 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Papst Franziskus hatte sich ein neues Miteinander in der katholischen Kirche gewünscht und dazu die Weltsynode ins Leben gerufen. Nach seinem Tod geht das Reformprojekt in die nächste Runde.

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Der Vatikan hat Leitlinien für die weitere Umsetzung der Weltsynode veröffentlicht. Nach dem vorläufigen Abschluss des von Papst Franziskus (2013–2025) angestoßenen weltweiten katholischen Reformprojekts im Oktober 2024 beginnt 2027 eine neue Phase. Der Weg zu mehr Mitsprache in der Kirche mündet im Oktober 2028 in einer großen Kirchenversammlung mit Papst Leo XIV. im Vatikan, wie das zuständige Synodensekretariat am Mittwoch mitteilte.

Zunächst sollen die einzelnen Bistümer ihre Erfahrungen mit der Umsetzung des 2024 verabschiedeten Abschlussberichts schildern. Nach dieser Etappe im ersten Halbjahr 2027 sind die nationalen und regionalen Bischofskonferenzen an der Reihe. Sie sammeln die Berichte aus ihren Diözesen und verfassen zugleich eine theologisch-pastorale Deutung des eingeschlagenen Wegs. Die dritte Phase findet auf kontinentaler Ebene in den ersten vier Monaten des Jahres 2028 statt. Diese Versammlungen sollen je einen Bericht vorlegen, der gemeinsame Prioritäten und Ausrichtungen aufzeigen soll.

Finale "Kirchliche Versammlung"

Die Inhalte dienen anschließend zur Erstellung des Arbeitsdokuments für die finale "Kirchliche Versammlung" im Vatikan im Herbst 2028. Deren genaue Modalitäten müssen noch festgelegt werden. Beschlossen ist bereits die Bildung von Entscheidungsgruppen, die thematische Kernthemen des Prozesses vertiefen sollen. Die Ergebnisse werden anschließend dem Papst vorgelegt. Bei den Etappen gehe es nicht darum, die ursprüngliche Synodenbefragung zu wiederholen oder zusätzliche Beratungen in Gang zu setzen, stellt das Synodensekretariat klar. Vielmehr solle das bereits Erlebte neu interpretiert und die gewonnenen Erfahrungen innerhalb der Kirche ausgetauscht werden.

Bei der Auswahl der Teilnehmer soll laut Sekretariat auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen und zwischen den Generationen geachtet werden. Weiter gelte es, die kulturelle und kirchliche Vielfalt in den Prozess miteinzubeziehen. Dazu zählten neben geweihten Männern – insbesondere Pfarrern – und Ordensleuten auch Mitglieder von Vereinigungen, Bewegungen und neuen Gemeinschaften sowie Gläubige, die keiner organisierten Struktur angehören. Eine Teilnahme von Menschen in schwierigen Lebenssituationen wird ausdrücklich empfohlen. Gegebenenfalls könnten auch Vertreter anderer Kirchen oder Religionen teilnehmen. (KNA)