Zeitschrift wurde beim Katholikentag vorgestellt

Nach queerem Bibel-Heft: Bibelwerk beklagt Hass und Hetze

Veröffentlicht am 22.05.2026 um 11:50 Uhr – Lesedauer: 

Stuttgart ‐ Diskussionen über queere Themen polarisieren weiter innerhalb der Kirche. Nun sieht sich auch das Katholische Bibelwerk wegen seiner neuen Ausgabe zur queeren Bibelauslegung mit Hass und Hetze konfrontiert.

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Das Katholische Bibelwerk hat sich besorgt über Hasskommentare und Diffamierungen im Zusammenhang mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Bibel und Kirche" geäußert. Die Ausgabe steht unter dem Titel "Bibel queer gelesen" und war zuvor beim Katholikentag in Würzburg vorgestellt worden. Wie das Bibelwerk am Freitag mitteilte, habe der Beitrag zum Heft in den sozialen Medien eine "große Resonanz" ausgelöst. Viele Nutzerinnen und Nutzer hätten Zustimmung, Anerkennung und Dankbarkeit dafür geäußert, dass das Thema wissenschaftlich bearbeitet worden sei. Zugleich gebe es aber auch zahlreiche kritische Reaktionen und ablehnende Kommentare, sagte die Direktorin des Bibelwerks, Katrin Brockmöller.

Auslöser ist die Ausgabe zur queeren Bibelauslegung, die in einem Facebook-Beitrag vorgestellt wurde. Wie das Bibelwerk in dem Posting selbst betonte, sei die Ausgabe auf dem Katholikentag in Würzburg besonders aufgefallen. Scharf verurteilt die Organisation jedoch persönliche Angriffe im Netz. "Hass, Hetze und Diffamierung lehnen wir vehement ab", erklärte Brockmöller. Die Debatte zeige erneut, wie polarisiert Diskussionen über queere Themen innerhalb kirchlicher Kontexte geführt würden. Unter dem Beitrag kamen über 340 Kommentare zusammen – darunter auch Vorwürfe der Blasphemie sowie Stimmen, die bestritten, dass es eine queere Bibelauslegung geben könne.

Unterdessen betonte das Bibelwerk, für einen sachlichen und respektvollen Austausch offen zu sein. Wer verunsichert sei oder Kritik äußere, werde dazu eingeladen, die Ausgabe zu lesen und sich nicht allein am Titel zu orientieren. Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose bedankte sich öffentlich unter dem Beitrag für die Veröffentlichung. Es sei wichtig, dass die Bibel nicht länger als "Waffe gegen queere Menschen" eingesetzt werde, sondern in ihrem historischen Kontext verstanden und in ihrer befreienden Botschaft für die Gegenwart gelesen werde. Gerade in Zeiten zunehmender Hasskommentare und Gewalt gegen queere Menschen habe dies besondere Bedeutung, so Hose. (mtr)