Reaktion auf Feststellung der Exkommunikation

Piusbrüder: Nehmen "objektiv ungerechte und ungültige" Sanktionen hin

Veröffentlicht am 03.07.2026 um 19:30 Uhr – Lesedauer: 

Écône ‐ Einen Tag nach der Feststellung der Exkommunikation ihrer Geistlichen wendet sich die Piusbruderschaft erneut an Papst Leo XIV.: Für sie habe sich nichts geändert – "und niemals wird sich etwas ändern".

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Die Piusbruderschaft hat auf die Feststellung der Exkommunikation ihrer Geistlichen reagiert und dabei erneut die unerlaubten Bischofsweihen gerechtfertigt. "Wir hielten uns gegenüber den Seelen in unserem Gewissen für moralisch zu diesem Handeln verpflichtet, wie wir es Eurer Heiligkeit bereits sowohl privat als auch öffentlich dargelegt haben", heißt es am Freitag in einem Schreiben des Generaloberen Davide Pagliarani (Foto) an Papst Leo XIV. Die "neuen – objektiv ungerechten und ungültigen – Sanktionen" nehme die Gemeinschaft "weder in Verbitterung noch in Aufbegehren" hin.

"Wir hatten darum gebeten, im Glauben aller Zeiten unterwiesen und gestärkt zu werden; stattdessen wurden wir ein zweites Mal für schismatisch erklärt", so Pagliarani weiter. Doch diese Verurteilung dränge die Gemeinschaft dazu, "die heilige Kirche nur noch mehr zu lieben und ihr nach besten Kräften und mehr denn je in ihren Nöten beizustehen". Weiter heißt es: "Aus eben diesem Grunde opfert die Priesterbruderschaft St. Pius X. das durch diese neuen Sanktionen verursachte Leiden bereitwillig auf – zum Wohle der gesamten Kirche und Eurer Heiligkeit."

"Wir sind sicher, dass ..."

Direkt an den Papst gerichtet erklärt Pagliarani: "Wir sind sicher, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger sich das Programm des heiligen Pius X. zu eigen machen wird: 'Alles in Christus erneuern', Instaurare omnia in Christo." An jenem Tag werde der Papst "mit großer Freude und tiefem Trost wahrhaft katholische Seelen vorfinden, deren Verbundenheit mit der Kirche sich niemals auf den Treibsand eines mehrdeutigen Dialogs gründete, sondern auf den Felsen des Glaubens Petri".

Am Schluss des Schreibens bittet Pagliarani den Papst, "wenn Sie es ungeachtet Ihrer jüngsten Entscheidung vermögen: Segnen Sie uns als Ihre Söhne". Für die Piusbruderschaft habe sich nichts geändert, "und niemals wird sich etwas ändern".

Alle Geistlichen Schismatiker

Die Piusbruderschaft hatte am Mittwoch im Schweizer Écône trotz Warnungen aus dem Vatikan vier Geistliche zu Bischöfen geweiht. Die Weihen erfolgten ohne päpstliches Mandat und sind damit ein schismatischer Akt. Sie ziehen daher die Exkommunikation als Tatstrafe, das heißt mit Begehen der Tat, für die Spender und Empfänger der Weihe nach sich. Am Donnerstag stellte das vatikanische Glaubensdikasterium die Exkommunikation der Bischöfe fest. Außerdem gelten alle Geistlichen der Piusbruderschaft als Schismatiker. Bereits nach den ersten Bischofsweihen der Piusbruderschaft 1988 war die Exkommunikation des Weihespenders Marcel Lefebvre und der vier geweihten Bischöfe aufgrund unerlaubter Bischofsweihen und Schisma festgestellt worden.

Alle Dialogversuche des Vatikans vor der jetztigen Weihe waren gescheitert. Das Angebot des Präfekten des Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández, in einen Dialog über theologische Streitfragen sowie über einen künftigen kirchenrechtlichen Status einzutreten, hatte die Piusbruderschaft abgelehnt. Noch am Dienstag hatte sich Papst Leo XIV. persönlich in einem Schreiben an Pagliarani gewandt und an die Gemeinschaft appelliert, die Weihen zu unterlassen. Der Generalobere antwortete umgehend, sah aber nicht von den Weihen ab. Am Donnerstag veröffentlichte das Glaubensdikasterium eine Mitteilung, die reuigen Mitgliedern der Piusbruderschaft einen Weg zur Rückkehr in die volle kirchliche Gemeinschaft aufzeigt. (mal)