Aktuell keine Zusammenarbeit möglich

Bischof hofft auf weiteren Dialog mit Piusbruderschaft

Veröffentlicht am 13.07.2026 um 10:45 Uhr – Lesedauer: 

Fribourg ‐ Im Schweizer Freiburg ist die Piusbruderschaft entstanden. In der Vergangenheit gab es dort Zugeständnisse für sie – nach den illegalen Bischofsweihen ist das nicht mehr möglich. Doch die Hoffnung bleibt beim Bischof.

  • Teilen:

Der Schweizer Bischof Charles Morerod hofft darauf, dass ein Dialog mit der Piusbruderschaft (FSSPX) möglich bleibt. Laut kath.ch wolle der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg die Tür nicht endgültig verschließen: "Die Kirche ist stets bereit, mit jedem ins Gespräch zu treten. Es wird sicherlich notwendig sein, einen ökumenisch geprägten Dialog mit der FSSPX aufzunehmen, ähnlich dem, den wir mit anderen Gemeinschaften führen, die nicht mit Rom vereint sind." Die Zeit werde zeigen, ob dann wieder Absprachen und Vereinbarungen zwischen seinem Bistum und der Piusbruderschaft möglich seien.

Hintergrund ist die Feier des 50-jährigen Jubiläums der Piusbruderschaft in der Kirche St. Maurice im Schweizer Freiburg, die die Pfarrei 2019 auf Bitten Morerods erlaubt hatte. Die Pfarrei hatte damals klargestellt, dass diese Entscheidung "keineswegs einer Billigung oder Unterstützung dieser fundamentalistischen Bewegung gleichkomme". Damals sei die Genehmigung "im Geiste des guten Willens, in einem Kontext, in dem eine Annäherung der FSSPX an Rom noch möglich war" erfolgt. Heute dagegen sieht Morerod keine Möglichkeit, diözesane Kirchen für die Piusbruderschaft zur Verfügung zu stellen. "Ich sehe nicht, wie es denkbar wäre, auf einen solchen Antrag einzugehen, wenn er heute gestellt würde", so der Bischof. Die unerlaubten Bischofsweihen, "die nach zahlreichen Warnungen, ausgestreckten Händen und Aufrufen zum Dialog seitens des Vatikans vollzogen wurden, zeigen, dass sie keinerlei Bereitschaft haben, in irgendeinen Versöhnungsprozess einzutreten".

Piusbruderschaft im Bistum Morerods entstanden

1969 wurde das erste Priesterseminar der späteren Piusbruderschaft in Freiburg eröffnet. Dazu hatte der damalige Bischof François Charrière den Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, ermutigt. Einer der ersten Seminaristen war der 1988 von Lefebvre zum Bischof geweihte Bernard Tissier de Mallerais. Charrière regte auch die Gründung der Piusbruderschaft an, die von ihm 1970 als "pia unio", also als religiöse Vereinigung, zunächst für sechs Jahre "ad experimentum" anerkannt wurde. Eine "pia unio" ist keine Ordensgemeinschaft und kann damit weder ein Priesterseminar unterhalten noch Priester selbst inkardinieren, also kirchenrechtlich aufnehmen, so dass der Leiter der Obere des Priesters ist. Dennoch nahm die Piusbruderschaft schon 1971 den Betrieb des bis heute bestehenden Priesterseminars im Schweizer Écône auf; 1971 wurden auch die ersten Priester unerlaubt geweiht. 1975 wurde die "pia unio" aufgehoben, seitdem hat die Piusbruderschaft keinen kirchlichen Rechtsstatus mehr.

Erzbischof Lefebvre hatte 1988 erstmals ohne päpstliches Mandat vier Bischöfe für die Piusbruderschaft geweiht. Aufgrund der unerlaubten Weihen, die einen schismatischen Akt darstellen, wurde die Exkommunikation von Lefebvre, des Kokonsekrators António de Castro Mayer und der vier Bischöfe umgehend durch den Vatikan erklärt. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) hob 2009 die Exkommunikation gnadenhalber auf, eine Aussöhnung scheiterte aber. Nach der Weihe von vier weiteren Bischöfen am 1. Juli durch die zwei noch lebenden von Lefebvre geweihten Bischöfe stellte der Vatikan wie 1988 umgehend die Exkommunikation der Beteiligten fest. Die Exkommunikation ist eine Beugestrafe, die bei den damit Bestraften Reue und Umkehr auslösen soll, sodass sie in die volle Gemeinschaft der Kirche zurückkehren und die Strafe aufgehoben werden kann. (fxn)