Mecklenburg-Vorpommern: Erzbistümer starten Kampagne zur Landtagswahl
In Mecklenburg-Vorpommern hat die katholische Kirche eine Kampagne zur kommenden Landtagswahl am 20. September gestartet. Unter dem Motto "Mit Herz und Haltung für Demokratie und Nächstenliebe" rufen die beiden Erzbistümer Berlin und Hamburg die Menschen im Bundesland dazu auf, gegen Rechtsextremismus einzustehen und eine demokratische Wahl zu treffen. Das teilten die Erzbistümer, die beide Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern verwalten, am Freitag in Schwerin mit.
Teil der Kampagne sind demnach verschiedene Banner und Plakate, die die Pfarreien, Gemeindezentren, Kitas, Schulen und Caritas-Einrichtungen erhalten und auslegen können. Zudem finden sich auf den Internetseiten der beiden Erzbistümer Infomaterial zu Themen wie Populismus und Extremismus, Arbeitshilfen sowie Hinweise auf einige Veranstaltungen.
Erzbischöfe lehnen Nationalismus ab
Im Rahmen der Kampagne haben sich zuletzt auch die beiden Erzbischöfe für die Stärkung der Demokratie ausgesprochen. "Nutzen wir die Chance, unsere Gemeinden und Einrichtungen zu Orten des Dialogs und der Demokratie zu machen – und die Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern mitzugestalten", teilte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße in einem Brief an die Pfarreien mit. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch wird auf der Internetseite des Erzbistums mit den Worten zitiert: "Die Liebe Gottes ist mit völkischem Nationalismus nicht vereinbar."
Eine ähnliche Kampagne hatte zuvor auch das Bistum Magdeburg ins Leben gerufen. Mit der Aktion "Bewusst wählen" solle ein Zeichen für Menschenwürde und Gerechtigkeit gesetzt werden, sagte Bischof Gerhard Feige im Mai. "Besonders herausgefordert sind wir dann, wenn Hass und Hetze sowie populistische oder extremistische Positionen zunehmend salonfähig werden."
Während in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin am 20. September gewählt wird, finden die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bereits am 6. September statt. Dort ist die AfD durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft und lag in Umfragen zuletzt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (23 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD nicht als gesichert rechtsextrem gilt, kommt die Partei in Umfragen auf 36 Prozent, gefolgt von der SPD (29). In Berlin, wo die AfD ebenso nicht als gesichert rechtsextrem gilt, führt in Umfragen die Linke mit 22 Prozent. Dahinter kommt die CDU (20), danach die Grünen (17) und dann erst die AfD (16). (KNA)
