Trump ist schlecht für die Kirche und die Welt
Historiker sind vorsichtig, wenn es darum geht, Vergleiche zwischen verschiedenen Epochen und Ereignissen zu ziehen, neigen aber zugleich beruflich dazu – Kirchenhistoriker eingeschlossen. Deshalb ein Blick auf die Rolle und Reaktion der katholischen Kirche in der Trump-Ära in den Vereinigten Staaten und im italienischen Faschismus von der Mitte der 1920er bis zur Mitte der 1940er Jahre. Es gibt natürlich Unterschiede. Doch angesichts der momentanen Situation – ein autoritärer Präsident greift Zuhause die Demokratie an und führt im Ausland Krieg – ist es hilfreich, einige der Ähnlichkeiten zu betrachten.
Die Beziehungen des Vatikan und der Kirche in Italien zum Regime Mussolinis durchliefen viele Phasen. Nur wenige Katholiken protestierten gegen die Verhaftungen und Ermordungen sozialistischer und kommunistischer Dissidenten durch die Schwarzhemden in der Frühphase des Faschismus. Nur wenige waren schockiert, als die Volkspartei verboten wurde und ihr Gründer, Pater Luigi Sturzo, 1924 ins Exil floh. Der schleichende Totalitarismus, der 1925 und 1926 sichtbar wurde – antifaschistische Parteien wurden abgeschafft, die Pressefreiheit unterdrückt – ließ die Verhandlungen über den Lateranvertrag von 1929 nicht scheitern. Tatsächlich standen einige dieser illiberalen Maßnahmen im Einklang mit Positionen, die Pius IX. in seinem "Syllabus Errorum" (1864) vertreten hatte.
Spannungen entstanden 1931, als die faschistische Bildungspolitik von der Kirche als Eingriff in ihre Freiheit angesehen wurde, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Doch die Kolonialkriege, die Mussolini ab 1935 in Ostafrika begann, lösten unter italienischen Katholiken Begeisterung aus, denn sie sahen im neuen italienischen Imperialismus eine Gelegenheit für die Mission und die Vergrößerung der Kirche. Die rassistischen Gesetze, die Mussolini 1938 von Nazi-Deutschland übernahm, lösten in der italienischen Kirche keinen ernsthaften Alarm aus; sorgten aber in den letzten Lebensmonaten von Pius XI. für einen Sinneswandel gegen rassistische Ideologien. Der Vatikan und die italienischen Bischöfe wandten sich erst gegen den Faschismus, als der Krieg für Deutschland und Italien langsam schlecht lief. Nach 1942 hielt Pius XII. die ersten Reden zugunsten der Menschenrechte und der Demokratie, und Katholiken bereiteten sich auf die Zeit nach dem Faschismus vor. Der Vatikan erkannte, dass das Regime, das die Kirche vor Kommunismus und Chaos geschützt hatte, dem Papst den Vatikanstaat gegeben und der Kirche einen privilegierten Status gesichert hatte, nun eine existenzielle Bedrohung für Katholizismus und Papsttum darstellte. Der Vatikan war noch gar nicht so lange ein souveräner, unabhängiger Staat unter internationalem Recht. Dass es ihn weiter gab, war keineswegs garantiert, wenn Russen oder Amerikaner in einer Nachkriegsordnung nicht bereit oder in der Lage gewesen wären, die Übereinkunft zur "Römischen Frage" aus dem Jahr 1929 weiter bestehen zu lassen. Von einem Vorteil waren Mussolini und der mit den Nazis verbündete Faschismus nun zu einer Belastung geworden.
"Besser als die Alternative"?
Legt man den Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 neben die frühen Mussolini-Jahre, zeigt sich: Es geht um die Instinkte eines starken Mannes. So wie Katholiken in Italien Mussolini akzeptierten, sahen Katholiken in den USA Trump als "besser als die Alternative", die ein Feind der Kirche gewesen wäre. Die ersten Monate der zweiten Trump-Präsidentschaft waren mit 1938 vergleichbar: rassistische, einwanderungsfeindliche Maßnahmen schienen die Kirche nicht direkt zu bedrohen. Dann ging ICE Ende 2025 nach Minneapolis. Die nun folgenden drei Monate staatlich geförderten Terrors waren – zusammen mit den kriegerischen, expansionistischen Verlautbarungen über Grönland, der Militäraktion in Venezuela und dem illegalen Krieg gegen den Iran – für viele Bischöfe ein Weckruf. Die Kardinäle Cupich, McElroy und Tobin äußerten sich im Januar in einer gemeinsamen Erklärung öffentlich zu ICE und zur Moral der US-Außenpolitik, während der Militärbischof Timothy Broglio sich gegen die Unmoral eines Angriffs auf Grönland aussprach.
Im zweiten Jahr der zweiten Trump-Regentschaft äußern sich mehr einzelne Bischöfe, ebenso die US-Bischofskonferenz (USCCB), wenn auch diplomatischer: Sie hat rechtliche Schritte unternommen, um Trumps Politik zu begegnen, und öffentliche Erklärungen abgegeben, um sich vom Regime zu distanzieren. Es ist nicht so, dass die USCCB liberal oder den Demokraten wohlgesonnener geworden wäre. Viele Bischöfe haben einfach erkannt, dass Trump – angesichts des Zusammenbruchs der Kirchenbesucherzahlen unter Einwanderern und der Verletzung der Religionsfreiheit – schlecht für die Kirche ist. Sie haben auch erkannt, dass Trump schlecht für den Weltfrieden ist, wobei der Krieg gegen den Iran tragischerweise die Argumente bestätigt, die die drei Kardinäle im Januar gebracht hatten.
Santa Fes Erzbischof John Wester erklärte Ende Februar, man lebe in "einem Dietrich-Bonhoeffer-Moment". Einige Bischöfe tun das vielleicht. Andere scheinen sich in einem Karl-Barth-Moment zu befinden: Weiter beten und Gottes Werk tun, ohne öffentlich Stellung zu beziehen. Und wieder andere scheinen in ihrer Unterstützung für die Trump-Regierung nicht geschwankt zu haben – oder sie wirken zumindest nicht besonders bemüht, USCCB-Präsident Paul Coakley dazu zu drängen, den Präsidenten öffentlich herauszufordern. Die Bischofskonferenz hat sich auch nicht zu den Angriffen der Regierung auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit geäußert. Eine mögliche Erklärung: Man weiß um die Verfügungsmacht der Regierung über Bundesmittel für Studierende an katholischen Colleges und Universitäten sowie über Visa-Regeln für Kirchenmitarbeiter mit Migrationshintergrund. Es gibt auch einige einflussreiche Bischöfe in Trumps Präsidentenkommission für Religionsfreiheit, die sich nicht besonders unzufrieden mit dem gegenwärtigen Zustand der Dinge gezeigt haben. Und obwohl es eine Reihe individueller Äußerungen zur Soziallehre und dem Trumpismus geben mag (vor allem in Sachen Einwanderung), gibt es keinen eindeutigen und einmütigen Konsens über die katholische Lehre, Demokratie und den Konstitutionalismus. (Dies steht in starkem Gegensatz zu den klaren Erklärungen, die in den letzten Jahren von europäischen Bischofskonferenzen abgegeben wurden.)
Massimo Faggilio ist Kirchenhistoriker und Experte für das Zweite Vatikanum. Er lehrte Theologie und Religionswissenschaften an der Villanova Universität in Pennsylvania. Im Jahr 2025 verließ er diese Einrichtung und wechselte an das Loyola Institute am Trinity College in Dublin, Irland. Er gilt als Experte für Geschichte, das administrative Innenleben der katholischen Kirche und des Papsttums. Regelmäßig schreibt er für La Croix International, Commonweal und andere Medien.
Die Führung der katholischen Kirche in den USA scheint nicht mehr bereit (oder willens) zu sein, über die Zukunft der Demokratie nach Trump zu sprechen. Ein erster Schritt wäre, die Kirche vom Trumpismus zu lösen – nicht nur in den Augen des amerikanischen Volkes, sondern weltweit –, um der Glaubwürdigkeit des Katholizismus willen. Was nach dem Zweiten Weltkrieg geschah – als die katholische Kirche in Europa dank des Kalten Krieges unerwartete politische Bedeutung erlangte – wird sich im einundzwanzigsten Jahrhundert wahrscheinlich nicht wiederholen. Das Schweigen des Klerus zum Trumpismus könnte zu einer faktischen Verschmelzung des US-Katholizismus mit Trumps christlich-nationalistischer Bewegung führen. Das zu vermeiden wird mehr erfordern als Stellungnahmen einzelner Bischöfe oder Kardinäle oder rechtliche Schritte der USCCB. (Es sollte auch angemerkt werden, dass die religiösen Untertöne der Trump-Propagandamaschine die moralische Stellung des amerikanischen Christentums beschädigen, und amerikanische Katholiken sollten nicht davon ausgehen, dass Menschen in anderen Teilen der Welt die verschiedenen Strömungen des amerikanischen Christentums und des Katholizismus unterscheiden können.)
Eine Reaktion der Bischöfe auf den Trumpismus, die über Einwanderung und Außenpolitik hinausgeht, würde auch dem in den USA geborenen Papst Leo XIV. dienen. Wie der Papst in einem Interview vor sechs Monaten deutlich machte, möchte er amerikanische Parteipolitik vermeiden und die Bischöfe sprechen lassen. In diesem Interview sagte Leo, Präsident Trump habe "zuweilen deutlich gemacht", dass ihm Fragen der Menschenwürde und der Förderung des Friedens wichtig seien, und dass "ich ihn in diesen Bemühungen unterstützen möchte". Das scheint inzwischen lange her zu sein, und Leo scheint sich bewusst zu sein, wie sehr sich die Dinge seitdem verändert haben. Es besteht kein Zweifel, dass Rom und der Papst – still, aber deutlich – die einzelnen Stimmen unterstützen, die den Trumpismus prophetisch anprangern. Die Frage ist, ob sich diesen einzelnen Stimmen andere anschließen werden oder ob sie eine (schrumpfende) Minderheitsfraktion bleiben.
Es gibt weitere Zeichen für Leos Bewusstsein und seine Einschätzung der Lage in den Vereinigten Staaten, darunter indirekte Gesten wie die Entscheidung, am 4. Juli Lampedusa zu besuchen. Hinzu kommt die Ernennung von Gabriele Caccia zum Apostolischen Nuntius in den Vereinigten Staaten, der den emeritierten Kardinal Christophe Pierre ersetzt. Dies signalisiert, dass die Vereinigten Staaten unter Trump für den Vatikan ein internationales Problem darstellen. Caccia, der seit 2019 als Botschafter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen tätig war, kommt in einem heiklen Moment: Die Spannung, die die Beziehung der US-Bischöfe zu Franziskus geprägt hatte, ist durch eine Spannung zwischen dem Vatikan Leos XIV. und einem von Trump geführten Amerikanismus ersetzt worden, der sich christlich-nationalistischer Rhetorik bedient, während er Krieg gegen ein islamisches Land führt. Während die ersten beiden Golfkriege katastrophale Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen im Nahen Osten und auf das Christentum selbst in der Region hatten, versuchten die beiden Bush-Präsidenten, Untertöne in Kreuzfahrer-Manier zurückzufahren.
Komplexe internationale Beziehungen
Der Versuch, den aktuellen Krieg als einen gegen "eine fehlgeleitete Religion" darzustellen, ist ein integraler Bestandteil der Erzählung der Trump-Regierung. Darüber hinaus arbeiteten Trump und die Vereinigten Staaten mit Israel bei der Ermordung von Ajatollah Ali Khamenei zusammen, der zugleich Oberhaupt einer religiösen Tradition war, mit der der Vatikan formelle interreligiöse Beziehungen unterhält (ganz zu schweigen davon, dass der Vatikan und der Iran seit 1954 diplomatische Beziehungen pflegen, also dreißig Jahre länger als der Vatikan und die Vereinigten Staaten). Auch dies ist ein Grund, Parallelen zu den Herausforderungen zu ziehen, denen sich Pius XII. im Zweiten Weltkrieg gegenübersah.
Und wie sieht es mit der Reaktion auf die gegenwärtige Spielart des Trumpismus unter anderen prominenten amerikanischen Katholiken aus – einschließlich jenen, die mit Institutionen in Rom verbunden sind und Finanzierungsquellen in den Vereinigten Staaten haben? Man bedenke zum Beispiel, dass Peter Thiel in Rom Vorträge über den „Anti-Christ“ gehalten hat. Die Veranstaltung wurde von der "Associazione Culturale Vincenzo Gioberti" in Italien und dem "Cluny Institute" der Katholischen Universität von Amerika organisiert (die "Investitionsphilosophie" von Cluny lautet: "Wir investieren in Menschen, die intellektuelle Strenge mit spiritueller Tiefe und Kreativität verbinden, an der Schnittstelle von Athen, Jerusalem und dem Silicon Valley"). Die italienische katholische Zeitung "Avvenire" (die von den italienischen Bischöfen herausgegeben wird) hat Thiel als "das Herz der Finsternis der digitalen Welt" bezeichnet.
Während des Faschismus war der Vatikan in der Lage, sich um die italienische Kirche zu kümmern, nicht zuletzt, weil es auch einen italienischen Papst gab. Doch Italien war nicht die politische und militärische (oder sogar religiöse) Supermacht, die die Vereinigten Staaten sind. Und das Papsttum wird heute nicht in der Lage sein, Amerika oder dem internationalen Ansehen des US-Katholizismus denselben Schutz zu bieten. Tatsächlich könnten es die US-Bischöfe und einflussreiche Katholiken sein, die das Pontifikat Leos XIV. vor einer Identifikation des amerikanischen Christentums mit dem Trumpismus schützen müssen. Der Papst sollte diese Verantwortung nicht tragen müssen. Und es wäre weit hilfreicher als die derzeit laufende Crowdfunding-Kampagne, Leo – der nie ein Geheimnis aus seiner Nähe zu den Armen gemacht hat – eine neue päpstliche Tiara zu schenken.
Hinweis
Der Beitrag ist ursprünglich in der Zeitschrift "Commonweal Magazine" (16.März 2026) erschienen. Commonweal ist eine katholische Meinungszeitschrift, die von Laien redigiert und geleitet wird und ihren Sitz in New York City hat. Sie ist die älteste unabhängige katholische Meinungszeitschrift in den Vereinigten Staaten. (Aus dem Englischen von Mario Trifunovic)
