Kein Zusammenhang mit Berichten über Klosterschließung

Generalabt: Leo XIV. empfing Abt von La Trappe wegen Papstreise

Veröffentlicht am 20.03.2026 um 09:18 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Am Mittwoch empfing Papst Leo XIV. den Abt der berühmten Trappistenabtei La Trappe im Vatikan. Doch was war der Grund? Der Generalabt des Ordens stellt nun klar, worum es bei dem Treffen wirklich ging.

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Papst Leo XIV. hat am Mittwoch den Abt der französischen Trappistenabtei La Trappe, Thomas Georgeon, im Vatikan empfangen, um mit ihm über seine bevorstehende Reise nach Algerien zu sprechen. Das erklärte der Generalabt des Trappistenordens, Bernardus Peeters, am Donnerstag. Das Presseamt des Heiligen Stuhls hatte keine näheren Angaben zu Inhalt und Verlauf der Unterredung gemacht. Der Abt von La Trappe befasst sich intensiv mit dem Fall der algerischen Märtyrer. Peeters betonte: "Sein Besuch beim Papst hat nichts mit früheren Medienberichten über eine mögliche zukünftige Entscheidung der Gemeinschaft zu tun, den Ort La Trappe zu verlassen, aber als Gemeinschaft an anderer Stelle weiterzumachen."

Mönchsgemeinschaft in Algerien ermordet

2018 wurden die Trappisten von Tibhirine mit weiteren algerischen Märtyrern seliggesprochen. Die sieben französischen Trappisten des Klosters Notre-Dame de l'Atlas im Norden Algeriens waren im März 1996 während des Bürgerkriegs entführt worden. Zu der Tat bekannte sich eine terroristische Splittergruppe, die die Freilassung eines ihrer Anführer verlangte. Bis heute ist unklar, ob die sieben Trappisten tatsächlich von ihren Entführern oder vom algerischen Militär und Geheimdienst getötet wurden.

Das Treffen zwischen dem aus dem Augustinerorden stammenden Papst und dem Trappisten fällt in eine Zeit tiefgreifender Herausforderungen für den traditionsreichen Orden. Das Mutterkloster der Trappisten, die Abtei La Trappe in der Normandie, steht derzeit vor einer ungewissen Zukunft. Zuletzt wurde bekannt, dass die Mönche erwägen, von dort an einen anderen Ort unzuziehen. Eine dringend erforderliche Restaurierung der historischen Gebäude, deren Kosten auf rund zwölf Millionen Euro geschätzt werden, konnte offenbar bislang nicht finanziert werden.

Papst dem Trappistenorden sehr verbunden

Papst Leo XIV. scheint den Trappisten besonders verbunden zu sein. Anfang März berief er den norwegischen Bischof und Trappistenmönch Erik Varden zum Prediger der Besinnungstage für die Römische Kurie. Die Trappisten, die "Zisterzienser der Strengeren Observanz", gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Seit 1892 bilden sie einen eigenständigen Orden. Im 17. Jahrhundert waren sie als Reformbewegung aus dem Zisterzienserorden hervorgegangen. (tmg/KNA)