Papst Leo XIV. und die Sneaker, über die das Netz spricht
Der Teufel trägt Prada – der Papst Nike. So oder so ähnlich ließe sich zusammenfassen, was zuletzt die Medien zum Kochen brachte. Auf einem alten Foto war nämlich Papst Leo XIV. mit Nike-Sneakern unter seiner Albe und dem Messgewand zu sehen. Ein geschickter Schachzug der vatikanischen PR-Abteilung? Möglich wäre es. Das Bild erschien jedenfalls in einem Dokumentarfilm der vatikanischen Medien, der Erlebnisse und Stationen des früheren Wirkens des heutigen Papstes in Italien beleuchtet. Das Foto stammt also aus einer Zeit, als Robert Francis Prevost noch nicht Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken war. Dazu zählten Begegnungen und Reisen mit seinen Ordensbrüdern ebenso wie seine Jahre an der Spitze des Augustinerordens.
Auch wenn Leo zum Zeitpunkt der Aufnahme noch kein Papst war, sorgte gerade dieser im Film gezeigte Kontrast zwischen traditioneller Ordens- beziehungsweise Kirchenkleidung und moderner Straßenmode dafür, dass Plattformen wie Reddit, Instagram oder X (ehemals Twitter) Papst Leo erneut zum großen Thema machten. Nach den Spannungen zwischen Washington und dem Vatikan sowie der deutlichen Kritik des Papstes an US-Präsident Donald Trump war dies nun allerdings ein deutlich weniger explosives Thema. Zahlreiche Kommentare verbreiteten sich rasant im Netz, darunter etwa: "Du kannst den Jungen aus Chicago holen, aber nicht die Nike-Schuhe aus dem Jungen." Oder auch: "Nike wurde jetzt offiziell gesegnet."
Nicht das erste Mal
Aufmerksame Beobachter und Sneaker-Fans nahmen das Bild und die Schuhe schließlich genauer unter die Lupe. Bei dem weißen Modell handelte es sich demnach um sogenannte Nike Franchise Low. Dabei – so betonen Internet-Experten – handle es sich um ein vergleichsweise schlichtes Modell des Herstellers mit Sitz im US-Bundesstaat Oregon.
Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Leo für modisches Aufsehen sorgt. Zuletzt zählten das Modemagazin "Vogue" und die "New York Times" den Papst zu den stilvollsten und bestgekleideten Persönlichkeiten des Jahres 2025.
Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Leo für modisches Aufsehen sorgt. Zuletzt zählten das Modemagazin "Vogue" und die "New York Times" den Papst zu den stilvollsten und bestgekleideten Persönlichkeiten des Jahres 2025. Die "New York Times" schrieb, der erste US-amerikanische Papst habe das Bild des Papsttums nachhaltig verändert. Gleichzeitig betonte die "Vogue", das Oberhaupt der katholischen Kirche stehe für einen Bruch mit dem eher bescheidenen Geschmack seines Vorgängers Franziskus.
Dieser hatte beispielsweise keine Mozzetta getragen – jenes kleine rote Schultertuch über der weißen Soutane, das Leo schon bei seinem ersten Auftritt nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 trug. Der letzte Papst vor ihm, der die Mozzetta trug, war Benedikt XVI. Franziskus hingegen entschied sich für eine bewusst schlichtere Garderobe und verzichtete bereits bei seiner ersten Vorstellung auf der Loggia des Petersdoms auf den roten Schulterkragen.
"Gelassene Haltung" bei Leo XIV.
Gerade diesen klassischen Papst-Stil hatten manche beim argentinischen Pontifex vermisst. Leo XIV. hingegen wendet sich laut dem italienischen Modedesigner Filippo Sorcinelli wieder stärker der klassischen Linie zu, setzt dabei jedoch zugleich subtile moderne Akzente. Bei Leo sei ein Stil zu spüren, der aus einer bewussten Entscheidung für Maß und Ordnung entstanden sei, erklärte Sorcinelli kürzlich. Der Designer hatte unter anderem bereits Benedikt XVI. und Franziskus eingekleidet. Besonders hob er dabei die "gelassene Haltung" des aktuellen Papstes hervor.
Wie gelassen der Pontifex tatsächlich ist, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, als Leo mit der Baseballkappe der Chicago White Sox für Aufmerksamkeit sorgte. Die Kopfbedeckung seines Lieblingsteam trug er zur weißen Soutane auf dem Petersplatz und posierte damit für Fotos. Die Weltpresse war begeistert.
Papst Franziskus mit Trikot seines Fußballvereins und Papst Leo mit einer Kappe der Chicago White Sox.
Sneaker spielten übrigens bereits bei Papst Franziskus eine Rolle – wenn auch in etwas anderer Form. Bei einer Generalaudienz im Jahr 2022 hatte ein US-amerikanischer Priester dem damaligen Kirchenoberhaupt ein Paar Nike-Sneaker in Gelb und Weiß geschenkt – in den Farben der Vatikanflagge. Auf den Seiten war zudem das päpstliche Wappen von Franziskus zu sehen, an den Fersen prangte in Großbuchstaben der Schriftzug "Pope Francis".
"Der Papst trägt Prada"
Damals handelte es sich um eine eigens für den Papst angefertigte Spezialanfertigung, die der katholische Priester Jim Sichko überreichte. "Der Grund, warum ich ihm die Sneaker mitgebracht habe, ist, dass ich jedes Mal, wenn ich den Heiligen Vater besuche oder treffe, einen Gegenstand der Gastfreundschaft mitbringen möchte", sagte Sichko damals gegenüber katholisch.de. Er wolle dem Papst etwas schenken, das ihn zum Lachen bringe, erklärte der Priester aus dem Bistum Lexington im US-Bundesstaat Kentucky.
Ob Franziskus statt seiner schwarzen orthopädischen Schuhe tatsächlich manchmal zu den Sneakern griff, wenn die Weltöffentlichkeit gerade nicht hinsah, bleibt offen. Bekannt war er beim Thema Schuhe jedenfalls eher für die schlichte Variante im Gegensatz zu den roten Schuhen Benedikts XVI. Die eingangs erwähnte Marke Prada machte schon unter dem deutschen Papst die Runde, aber in etwas anderer Form. Die Weltpresse titelte nämlich damals zu den roten Schuhen: "Der Papst trägt Prada".
Nun ist es ganz anders gekommen. Die Weltpresse titelt heute etwas anders: Der Teufel tragt Prada, der Papst Nike. Gemünzt ist das Ganze auf die Neuerscheinung des Films "Der Teufel trägt Prada 2". Ob die Nike-Sneaker aus früheren Zeiten noch immer irgendwo im Schrank seiner Wohnung im Apostolischen Palast stehen? Sicher ist: Die Szene machte die Runde und den Papst noch sympathischer.
