Ministerpräsident Voigt wirft AfD Religionsfeindlichkeit vor
Der Ministerpräsident von Thüringen, Mario Voigt (CDU), verurteilt finanzielle Drohungen der AfD gegen die Kirchen. "Wer die Kirchen mit Geldstreichung gefügig machen will, der hat den Rechtsstaat nicht verstanden oder verachtet ihn", sagte Voigt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland am Samstag. "Was die AfD vorhat, wäre ein Angriff auf die Kirchen, aber auch ein Angriff auf die christlich-abendländischen Werte, die unser Land tragen", fügte der CDU-Politiker hinzu: "Der AfD fehlt es generell an Anstand." Die Religionsfreiheit sei im Grundgesetz geregelt. "Und Staatsleistungen sind kein Geschenk der Regierung, sondern verbrieftes Recht."
Voigt warf der AfD eine "grundsätzliche Feindlichkeit gegenüber Kirche und Religion" vor. Diese komme ausgerechnet "von denjenigen, die immer so tun, als ob sie unsere deutschen Werte hochhalten. Das ist nicht konservativ – das ist kulturfeindlich." Die AfD in Sachsen-Anhalt will im Fall einer Regierungsübernahme in dem Bundesland die staatlichen Leistungen an die evangelische und katholische Kirche kürzen. Thüringens AfD-Generalsekretär Daniel Haseloff stellte ähnliche Pläne für sein Bundesland in Aussicht, falls die Partei dort an die Regierung kommen sollte.
Auf der Plattform X schrieb Haseloff: "Die Zeit, in der unser Staat die hohen Gehälter der Bischöfe bezahlt, wird mit einer AfD-Regierung ein Ende finden. Wenn sich die Kirche weiter politisieren will, kann sie das gerne tun, aber dann nicht mehr auf Kosten der Steuerzahler." In Umfragen liegt die AfD in beiden Bundesländern klar in Führung. In Sachsen-Anhalt wird im September gewählt, in Thüringen steht die nächste reguläre Landtagswahl erst 2029 an. (KNA)
