Aufgewachsen im katholischen Umfeld

FC-Bayern-Torhüterin: Messdienerfreunde geben bis heute Halt

Veröffentlicht am 29.05.2026 um 13:15 Uhr – Lesedauer: 

Münster ‐ Leistung, Druck, Krebsdiagnose: FC-Bayern-Torhüterin Mala Grohs spricht über die Herausforderungen des Profisports, kirchliche Prägung und ihren Umgang mit einer schweren Krankheit. Was ihr dabei Halt gab.

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Die ehemalige Messdiener-Leiterrunde ist nach wie vor der engste Freundeskreis von FC-Bayern-Torhüterin Mala Grohs. In der am Freitag veröffentlichten aktuellen Folge des Podcasts "Kannste glauben" des Bistums Münster spricht die 24-jährige Maschinenbaustudentin über ihre katholischen Wurzeln, den Umgang mit ihrer Krebserkrankung und die psychische Belastung im Profisport.

Grohs, die nach sieben Jahren den FC Bayern verlässt, beschrieb ihre Kindheit in Münster als geprägt von einer "hergelebten Normalität" in Sachen Glaube. Kirche und Glaube seien selbstverständlich für sie gewesen. Mit einer Mutter, die als Pastoralreferentin arbeitet, sei sie als Messdienerin und Schülerin einer bischöflichen Schule in einem Umfeld aufgewachsen, in dem der Kirchgang am Sonntag zum Familienalltag gehörte. Sie und ihr Bruder fühlten sich in der Messdiener-Leiterrunde "einfach so zu Hause".

Rituale als Anker in einer "wilden Welt"

Während Grohs im sportlichen Alltag auf ihre Trainingsroutinen vertraut und nach Möglichkeit vor einem Heimspiel ihre Lieblingspfannkuchen isst, sind ihr Rituale vor allem privat wichtig. Das Nach-Hause-Kommen über Weihnachten würde sie nie gegen einen Urlaub eintauschen wollen, sagt die Torhüterin. "Da liegt mir einfach viel dran", betont sie, denn "das ist etwas, das mir einen Anker gibt, im ganzen Jahr, das so verfliegt."

Sie bedauert, dass sie es in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat, eine Osternachtsfeier zu besuchen. Liebgewonnene Gewohnheiten aus ihrer Jugend seien für sie wichtig, um aus dem Fußballalltag herauszukommen. Rituale holten einen "in die normale, reelle Welt zurück", was in einer "wilden Welt", in der man sich oft verloren fühle, wertvoll sei. Trotz dieser persönlichen Kraftquellen sieht Grohs die Position der Torhüterin als besondere Herausforderung, die keine Fehler verzeihe. Ein Gegentor werde oft direkt einer Person zugeordnet, was eine "große Last" sein könne. Man müsse "richtig fleißig daran arbeiten, nicht so hart zu sich selber zu sein".

Krebsdiagnose als "Boden der Tatsachen"

Ein tiefer Einschnitt in ihrem Leben war die Diagnose Krebs im Jahr 2024. Grohs beschrieb den Moment als Schock, der sie "sehr auf den Boden der Tatsachen geholt" habe. Dennoch habe sie darin eine Form von Freiheit gefunden, dass sie die Verantwortung für die Heilung an Experten abgeben konnte: "Da kann ich nichts dafür und das ist jetzt einfach so und auch das Problem muss auch nicht ich lösen", beschrieb sie die Situation des Kontrollverlusts über ihren eigenen Körper.

In dieser Zeit habe sie auf das "Kapital" ihrer erweiterten Familie und ihres Freundeskreises zurückgreifen können. Nach ihrer Genesung habe sie sich etwas verloren gefühlt, und gespürt, dass auch die "Seele nachheilen muss". (KNA)