Franziskus hatte weltweiten synodalen Prozess um ein Jahr verlängert

Befürworter von Kirchenreformen begrüßen Papst-Entscheidung zu Synode

Aktualisiert am 17.10.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Am Sonntag hatte Papst Franziskus überraschend bekanntgegeben, den weltweiten synodalen Prozess um ein Jahr verlängern zu wollen. Darauf reagierte jetzt das Präsidium des Synodalen Wegs in Deutschland.

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Als "wichtiges Zeichen" haben Befürworter von Kirchenreformen die jüngste Entscheidung von Papst Franziskus zu einer Verlängerung der Weltsynode gewürdigt. Das Präsidium des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland begrüßte am Montag die Ankündigung des Papstes, den Beratungsprozess auf Ebene der Weltkirche erst im Oktober 2024 enden zu lassen. Ursprünglich sollte die in mehrere Etappen aufgeteilte Weltsynode bis Herbst 2023 dauern.

Der am Sonntag bekanntgemachte Schritt des Papstes zeige, dass die Kirche weltweit vor großen Herausforderungen stehe "und sich diesen mit der Notwendigkeit zur Veränderung stellt", erklärten die beiden Präsidenten des Synodalen Wegs, Irme Stetter-Karp und Bischof Georg Bätzing. Ausdrücklich hebe Franziskus zudem die "Beteiligung des Gottesvolkes" hervor. Man gehe deswegen davon aus, dass eine Beteiligung auch von katholischen Laien im Fortgang der Weltsynode weiterhin möglich sei.

Auf dem Synodalen Weg in Deutschland beraten Bischöfe, Priester, Ordensleute und Vertreter aus Verbänden und kirchlichen Gremien seit 2019 über mögliche Reformen in der Kirche. Zentrale Themen sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. An dem Projekt, das bis dahin einmalig in der katholischen Kirche war, gab es immer wieder Kritik auch aus dem Vatikan. Inzwischen laufen in mehreren Ländern sogenannte synodale Prozesse mit teils unterschiedlichen Schwerpunkten.

"Entscheidendes Moment der Veränderung"

Die von Papst Franziskus ausgerufene Weltsynode startete 2021. Ein Ziel ist, einen anderen Umgangsstil zu etablieren. Dabei geht es auch um die Frage, wie Laien in der Kirche gestärkt werden können. Beobachter gehen davon aus, dass sowohl die Weltsynode als auch der Synodale Weg im Mittelpunkt der Gespräche der deutschen Bischöfe mit dem Papst bei ihrem Ad-limina-Besuch Mitte November in Rom stehen werden.

"Die Beratung, das direkte Miteinander, haben wir auf dem Synodalen Weg in Deutschland als entscheidendes Moment der Veränderung erfahren", erklärten Bätzing und Stetter-Karp. "Die Kirche in Deutschland will ihren Beitrag mit den Erfahrungen des Synodalen Weges für den weltweiten Prozess leisten. Auf diesem Weg gehen wir entschlossen voran." Bätzing ist zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Stetter-Karp Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). (KNA)