Rückenwind für den Pontifex

Erzbischöfin Mullally: Stehe an der Seite von Papst Leo XIV.

Veröffentlicht am 17.04.2026 um 11:43 Uhr – Lesedauer: 

Canterbury ‐ Nach Donald Trumps Attacken auf Leo XIV. wegen dessen Kritik am Krieg wächst die Unterstützung für den Papst. Zahlreiche Kirchenvertreter stellten sich hinter ihn – nun auch aus der anglikanischen Kirche in England.

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Papst Leo XIV. erhält nun auch Unterstützung aus der anglikanischen Kirche. Deren geistliches Oberhaupt, die kürzlich ins Amt eingeführte Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, erklärte am Donnerstag: "Ich stehe an der Seite meines Bruders in Christus, Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV." Sie lobte den Papst für seinen "mutigen Aufruf" zum Frieden. Mullally äußerte sich vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump, dessen Regierung und Papst Leo XIV. 

Auslöser für den Konflikt war die scharfe Kritik Trumps, der den Papst nach dessen Einwänden gegen den Angriff der USA und Israels auf den Iran als "Katastrophe" in der Außenpolitik bezeichnet hatte. Leo XIV. erklärte daraufhin, er fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums. Mullally betonte dazu nun, man müsse weiterhin alle politischen Verantwortlichen "dringend auffordern, alle möglichen friedlichen und gerechten Mittel zur Konfliktlösung auszuschöpfen". Angesichts unschuldiger Opfer, Vertreibungen, zerrissener Familien und zerstörter Zukunftsperspektiven seien die menschlichen Kosten des Krieges unermesslich. 

Die Erzbischöfin bereitet sich derzeit auf einen Besuch in Rom Ende des Monats vor. Während ihres Aufenthalts vom 25. bis 28. April will sie Papst Leo XIV. im Vatikan treffen. Ende März war Mullally offiziell in ihr Amt der Erzbischöfin von Canterbury eingeführt worden. Als Primas der anglikanischen Kirche von England folgt sie auf Erzbischof Justin Welby, der 2024 von seinem Amt zurückgetreten war. Papst Leo XIV. hatte ihr als erste Frau an der Spitze der anglikanischen Gemeinschaft gratuliert und zugleich an gemeinsame ökumenische Herausforderungen erinnert. (mtr)