Würdigung für deutschen Reformkurs

Kardinal Nemet: Kirche in Deutschland ist stark

Veröffentlicht am 20.05.2026 um 15:30 Uhr – Lesedauer: 

Rom/Würzburg ‐ Beim Katholikentag in Würzburg sprach der Belgrader Kardinal Ladislav Nemet über Synodalität und Reformen. Nun lobt er die Kirche in Deutschland als starkes Beispiel und erklärt, warum sie der Weltkirche voraus ist.

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Für den Belgrader Kardinal Ladislav Nemet ist die katholische Kirche in Deutschland eine starke Kirche. Als Gründe nannte er gut ausgebildete Laien, Theologinnen und Theologen sowie Ehrenamtliche. "Das ermöglicht der deutschen Kirche wirklich eine tiefe theologische und soziologische Reflexion über die Fragen der Synodalität", sagte Nemet dem Portal "Vatican News" am Mittwoch. In diesem Sinne sei die Kirche in Deutschland der Weltkirche voraus. Die positiven Ergebnisse des deutschen Reformprojekts würden sich künftig herauskristallisieren, so Nemet.

Verschiedene Themen habe die deutsche Kirche "tief bearbeitet und detailliert aufgearbeitet", während andere auf weltkirchlicher Ebene noch nicht so weit seien. "Deswegen glaube ich, dass die deutsche Kirche in diesem Sinn ein gutes Beispiel ist", sagte der Kardinal, der am 104. Katholikentag in Würzburg teilnahm. Gemeinsam mit dem vatikanischen Kurienkardinal Mario Grech diskutierte er am Samstag auf einem Podium über Synodalität als Strukturprinzip der Kirche und Initiativen aus den Ortskirchen – zusammen mit der in Peru lehrenden Theologieprofessorin Birgit Weiler, der Theologiestudentin Finja Miriam Weber und der Generalsekretärin des Synodalen Wegs in Irland, Julieann Moran.

Zu den beiden synodalen Prozessen – dem deutschen Synodalen Weg und der Weltsynode – sagte der gebürtige Ungar: "Die deutsche Kirche arbeitet sehr schnell, schreitet voran, hört manchmal nicht auf andere Stimmen oder genießt auch ein bisschen, die Kurie zu provozieren. Das gehört zu diesem Stil." Einen solchen Stil halte er jedoch für notwendig: "Wir sehen den synodalen Prozess, wir sehen aber auch die Annäherung zwischen dem deutschen Prozess und dem weltkirchlichen Prozess. Das ist sehr gut zu sehen", sagte der Kardinal. Nemet steht seit 2022 an der Spitze des Erzbistums Belgrad (Serbien) und wurde Ende 2024 von Papst Franziskus ins Kardinalskollegium aufgenommen. (mtr)