Bekannte Sedisvakantisten-Bischöfe beteiligt

Transalpine Redemptoristen wollen eigenen Bischof weihen

Veröffentlicht am 19.06.2026 um 08:59 Uhr – Lesedauer: 

Papa Stronsay ‐ Ein traditionalistischer Orden entfernt sich immer weiter von der Kirche: Nach einem schismatischen Manifest soll jetzt der Obere zum Bischof geweiht werden. Die Weihespender sind eine illustre Truppe.

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Der Obere der traditionalistischen "Transalpinen Redemptoristen", Pater Michael Mary (Foto), lässt sich zum Bischof weihen. Der Orden kündigte am Donnerstag an, dass die Weihe am 25. Juli auf der schottischen  Klosterinsel  Papa Stronsay durch den sedisvakantistischen kanadischen Bischof Pierre Roy gespendet werde. Die Ankündigung wurde umgehend durch den Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert, in dessen Diözese die Klosterinsel liegt, verurteilt. "Ich sehe mich verpflichtet, den Gläubigen der Diözese klarzumachen, dass eine solche Bischofsweihe rechtswidrig und ein schwerwiegender Akt des Ungehorsams wäre, der die Beteiligten aus der Gemeinschaft mit der katholischen Kirche ausschließen würde", so der Bischof.

Pater Michael Mary ist der Gründer der "Transalpinen Redemptoristen". Der Weihespender Roy ist ein ehemaliges Mitglied der Piusbruderschaft, die er 2016 im Streit verlassen hat. 2024 wurde er durch Bischof Rodrigo Ribeiro da Silva in Brasilien zum Bischof geweiht, der bei der angekündigten Weihe von Mary Konsekrator sein soll. Silva wiederum wurde 2017 durch Bischof Richard Williamson geweiht, der zu den von Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten Bischöfen der Piusbruderschaft gehörte, die Gemeinschaft aber ebenfalls im Streit verließ. Silva wurde außerdem bekannt als einer der Bischöfe, dem sich die spanischen schismatischen Klarissen von Belorado zeitweise anschlossen. Der zweite Konsekrator bei der angekündigten Weihe soll Bischof Fernando Altamira sein, ebenfalls ein ehemaliger Piusbruder. Er wurde am selben Termin wie Roy von Silva zum Bischof geweiht. Alle beteiligten Bischöfe sind Sedisvakantisten, erkennen also den amtierenden Papst Leo XIV. nicht an.

Neuer Bischof soll in Neuseeland wirken

Die  "Transalpinen Redemptoristen" haben ein Schreiben Roys veröffentlicht, in dem dieser seinen Schritt erläutert. Pater Michael Mary werde demnach vor allem in Neuseeland wirken, wo die Gemeinschaft einen weiteren Sitz hat, um die Versorgung durch einen traditionalistischen Bischof in Ozeanien sicherzustellen. Roy sei seit 2025 im Kontakt mit den "Transalpinen Redemptoristen". Er räumt ein, dass er ohne päpstlichen Auftrag handelt: "Er wird ohne apostolisches Mandat geweiht werden, da der Bischofssitz von Rom eindeutig von den Feinden Gottes besetzt ist." Bischofsweihen ohne die Erlaubnis des Papstes sind eine kanonische Straftat. Diese führt zur Tatstrafe der Exkommunikation für Weihespender und -empfänger.

Der Fall des auf der schottischen Insel Papa Stronsay angesiedelten traditionalistischen Ordens eskaliert seit Monaten. Im vergangenen Oktober hatte sich der traditionalistische Orden von der "modernistischen Kirche" losgesagt. Dazu hatte das Generalkapitel einen offenen Brief veröffentlicht, in dem zentrale Aussagen des Lehramts von Papst Franziskus (2013–2025) zurückgewiesen wurden. Im Mai dieses Jahres legte der Orden mit einem Manifest nach, in dem sie erklären, die Päpste seit Paul VI. (1963–1978) nicht mehr anzuerkennen. Nach der Veröffentlichung teilte Bischof Gilbert mit, dass er ein kanonisches Verfahren eingeleitet hat. Der Orden teilte außerdem mit, dass er ein "unvollkommenes Konzil", also ein Konzil ohne Papst, plane. Als Bischof könnte Pater Michael Mary an dieser Veranstaltung mit Sitz und Stimme teilnehmen.

Die "Transalpinen Redemptoristen" wurden 1988 gegründet und waren zunächst eng mit der Piusbruderschaft verbunden. Nachdem Papst Benedikt XVI. 2007 die Feier der vorkonziliaren Liturgie als "außerordentliche Form des römischen Ritus" wesentlich erleichtert hatte, kehrte der Orden 2008 in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurück. 2012 wurde er als Ordensgemeinschaft diözesanen Rechts in der schottischen Diözese Aberdeen unter dem neuen Namen "Söhne des Allerheiligsten Erlösers" anerkannt, wo er sein Haupthaus hat. In Neuseeland ist die Gemeinschaft seit 2017 vertreten. (fxn)