Bruch mit Brauch von Vorgänger Franziskus

Rückkehr zur Tradition: Papst Leo XIV. wäscht Füße von Priestern

Veröffentlicht am 01.04.2026 um 14:57 Uhr – Lesedauer: 

Rom/Vatikanstadt ‐ Die Fußwaschung durch den Papst ist eine der emotionalsten und symbolträchtigsten Gesten der Karwoche vor Ostern. Am ersten Gründonnerstag Leos XIV. seit seiner Wahl wird er mit dem Brauch seines Vorgängers brechen.

  • Teilen:

Papst Leo XIV. wird an Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße waschen. Das teilte das Bistum Rom am Mittwoch mit. Elf der Priester hat Leo XIV. im vergangenen Jahr selbst geweiht. Nummer zwölf ist der Seelsorger des örtlichen Priesterseminars. Der Papst wird die symbolträchtige Handlung in seiner römischen Bischofskirche im Lateran vollziehen.

Die Fußwaschung erinnert an die Demutsgeste Jesu, der seinen zwölf Jüngern vor dem letzten Abendmahl die Füße wusch. Papst Pius XII. hatte 1955 das jahrhundertealte Ritual als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben. Bis 2016 waren dabei nur Männer zugelassen. Papst Franziskus (2013–2025) öffnete das Ritual für beide Geschlechter.

Leos Vorgänger nutzte diese Tradition auch stets, um marginalisierte Gesellschaftsgruppen in den Mittelpunkt zu rücken: Mal wusch Franziskus Migranten in ihrer Aufnahmeeinrichtung die Füße, häufig vollzog er den Brauch an Häftlingen in römischen Gefängnissen. Mit der Rückkehr in die Lateranbasilika knüpft Leo XIV. an die Tradition der Päpste vor dem am Ostermontag 2025 gestorbenen Franziskus an.

Lob von Laien bei Generalaudienz

Auch wenn er an Gründonnerstag Geweihten die Füße wäscht, betonte Leo XIV. kurz vor Beginn seiner ersten Kar- und Osterfeierlichkeiten als Papst die Bedeutung von Laien für die katholische Kirche. Aufgabe der Kirche sei, die Botschaft von Jesus Christus von Gerechtigkeit, Liebe und Frieden zu verbreiten, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. "Und dies ist nur durch den Beitrag, den Dienst und das Zeugnis der Laien möglich!" Die Kirche sei überall dort gegenwärtig, wo Christen das Evangelium bekennen und Zeugnis für Christus geben: am Arbeitsplatz, in der Zivilgesellschaft und in allen menschlichen Beziehungen, so Leo XIV. In seiner Katechesenreihe zu Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) bezog er sich diesmal auf die Erklärung "Lumen gentium".

Am Gründonnerstag (2. April) beginnen die zentralen Feiern der Karwoche und zu Ostern im Vatikan. Morgens feiert der Papst im Petersdom die Chrisammesse, bei der jene Öle geweiht werden, die für Sakramente wie Taufe, Firmung und Priesterweihe verwendet werden. (tmg/KNA)