Sedisvakantisten spenden Weihe

Oberer der "Transalpinen Redemptoristen" unerlaubt zum Bischof geweiht

Bischof Pierre Roy (Mitte) spendet Pater Michael Mary (vor ihm) die Bischofsweihe
Bild: Screenshot FSSR

Die "Transalpinen Redemptoristen" haben einen Bischof: Am Samstagvormittag wurde der Obere der Gemeinschaft, Pater Michael Mary, auf der schottischen Insel Papa Stronsay ohne päpstliches Mandat zum Bischof geweiht. Weihespender war der kanadische Vagantenbischof Pierre Roy, Kokonsekratoren waren Rodrigo Ribeiro da Silva und Fernando Altamira. Die unerlaubte Bischofsweihe ist eine kanonische Straftat, die die Exkommunikation als Tatstrafe nach sich zieht. Im ähnlich gelagerten Fall der Weihen der Piusbruderschaft wurde festgestellt, dass mit der Weihe außerdem die Straftat des Schismas verwirklicht wurde.

Die "Transalpinen Redemptoristen" hatten vor der Weihe ein Schreiben Roys veröffentlicht, in dem dieser seinen Schritt erläuterte. Pater Michael Mary werde demnach vor allem in Neuseeland wirken, wo die Gemeinschaft einen weiteren Sitz hat, um die Versorgung durch einen traditionalistischen Bischof in Ozeanien sicherzustellen. Roy sei seit 2025 im Kontakt mit den "Transalpinen Redemptoristen". Er räumt ein, dass er ohne päpstlichen Auftrag handelt: "Er wird ohne apostolisches Mandat geweiht werden, da der Bischofssitz von Rom eindeutig von den Feinden Gottes besetzt ist."

Der Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert, äußerte sich am vergangenen Sonntag in einem Hirtenbrief zu der geplanten Weihe. Darin bezeichnete er die Weihe als schismatischen Akt, mit dem sich die Beteiligten außerhalb der katholischen Kirche stellen. "Objektiv betrachtet handelt es sich um einen Bruch mit der Einheit der Kirche", so der Bischof, in dessen Diözese der Orden seinen Hauptsitz hat und in dem er als Orden diözesanen Rechts anerkannt ist.

Schismatische Weihelinie

Der 72-jährige Pater Michael Mary ist der Gründer der "Transalpinen Redemptoristen". Er war zunächst Mitglied des Redemptoristenordens, trat aber 1987 der Piusbruderschaft bei, um 1988 die "Transalpinen Redemptoristen" zu gründen. Der echte Redemptoristenorden distanziert sich deutlich von seinem traditionalistischen Gegenüber.

Pater Michael Mary in der Kapelle im Kloster auf Papa Stronsay
Bild: © Transalpine Redemptoristen (Archivbild)

Pater Michael Mary ist der Gründer der "Transalpinen Redemptoristen" und bis heute ihr Oberer. Jetzt wurde er zum Bischof geweiht.

Alle beteiligten Bischöfe sind Sedisvakantisten, erkennen also den amtierenden Papst Leo XIV. und seine Vorgänger ab dem Zweiten Vatikanum nicht an. Ihre Bischofsweihen gehen auf die Weihelinie Thục zurück. Der Weihespender Roy ist ein ehemaliges Mitglied der Piusbruderschaft, die er 2016 im Streit verlassen hat. 2024 wurde er durch Bischof Rodrigo Ribeiro da Silva in Brasilien zum Bischof geweiht.

Der Kokonsekrator Silva wiederum wurde 2017 durch Bischof Richard Williamson zum Priester geweiht, der zu den von Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten Bischöfen der Piusbruderschaft gehörte, die Gemeinschaft aber ebenfalls im Streit verließ. 2021 wurde er von Daniel Dolan zum Bischof geweiht. Silva wurde außerdem bekannt als einer der Bischöfe, denen sich die spanischen schismatischen Klarissen von Belorado zeitweise anschlossen.

Der zweite Kokonsekrator, Fernando Altamira, ist ebenfalls ein ehemaliger Piusbruder. Nach dem Ausschluss von Williamson aus der Piusbruderschaft schloss er sich zunächst dessen neuer Organisation an, um sie dann wieder zu verlassen und sich zum Sedisvakantismus zu bekennen. Heute wirkt der Argentinier in seinem Heimatland. Er wurde am selben Termin wie Roy von Silva zum Bischof geweiht.

Zunehmende Eskalation

Die "Transalpinen Redemptoristen" wurden 1988 gegründet und waren zunächst eng mit der Piusbruderschaft verbunden. Nachdem Papst Benedikt XVI. 2007 die Feier der vorkonziliaren Liturgie wesentlich erleichtert hatte, kehrte der Orden 2008 in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurück und wurde unter dem neuen Namen "Söhne des Allerheiligsten Erlösers" als diözesaner Orden des Bistums Aberdeen (Schottland) errichtet. Ein weiterer Sitz ist in Neuseeland. Auch dort kam es zu Konflikten aufgrund von Vorwürfen unerlaubter und übergriffiger Exorzismen.

In jüngerer Zeit kam es zu einer immer extremeren Trennung, unter anderem durch Manifeste, in denen die Päpste seit Paul VI. (1963–1978) und die jüngeren Entwicklungen der Lehre der Kirche abgelehnt werden. Der Orden teilte außerdem mit, dass er ein "unvollkommenes Konzil", also ein Konzil ohne Papst, plane. Als Bischof könnte Pater Michael Mary an dieser Veranstaltung mit Sitz und Stimme teilnehmen. Der Bischof von Aberdeen hat aufgrund des Verhaltens des Ordens ein kanonisches Verfahren eingeleitet. (fxn)