Bischof Meier besucht christliche Minderheiten in Syrien
Der Augsburger Bischof Bertram Meier ist am Dienstagabend zu einem zweieinhalbtägigen Solidaritätsbesuch in der syrischen Hauptstadt Damaskus eingetroffen. "Im Mittelpunkt meiner Reise nach Syrien steht die Solidarität mit der christlichen Minderheit", sagte Meier laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vor seiner Abreise. Er ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz.
Angesichts der islamistischen Übergangsregierung unter dem früheren Milizenführer Ahmed al-Scharaa, der anhaltenden Gewalt und mangelnder Perspektiven fühlten sich Christen in Syrien bedroht, mahnte der Bischof. Doch sie gehörten ebenso wie andere Minderheiten seit fast 2.000 Jahren zu diesem Land. Sollte sich die Situation im Land nicht verbessern, könnten noch mehr Christen Syrien verlassen. "Es darf aber nicht dazu kommen, dass Syrien zu einem Land ohne Christen wird", so Meier. Das wäre nicht nur ein Schaden für das arabische Christentum, sondern auch für die syrische Kultur und Gesellschaft.
Treffen mit Ministerin geplant
Laut Bischofskonferenz wird Meier in Damaskus die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche besuchen, die im vergangenen Jahr im Mittelpunkt eines Selbstmordanschlags stand. Darüber hinaus seien Gespräche mit Repräsentanten christlicher Kirchen, den diplomatischen Vertretungen Deutschlands und des Heiligen Stuhls sowie einer Ministerin des syrischen Übergangskabinetts geplant. Neben Damaskus werde Meier zudem die christlich geprägten Orte Saidnaya und Maalula besuchen.
Er komme mit vielen Fragen in einer nach wie vor angespannten Lage in Syrien, erklärte der Bischof. Er wolle den Menschen zuhören, Sorgen und Hoffnungen kennenlernen und seine Solidarität bekunden.
Im Dezember 2024 endete der rund 13 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Syrien durch die Flucht des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad und seiner Familie. Die Zahl der Christen im Land ist in dem Zeitraum laut Schätzungen von 1,5 Millionen auf rund 300.000 zurückgegangen. (KNA)
