Statistisches Jahrbuch des Vatikans erschienen

Afrika überholt erstmals Europa bei den Katholikenzahlen

Veröffentlicht am 30.03.2026 um 12:41 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Die Kirche in Afrika wächst, die Kirche in Europa schrumpft: Erstmals leben dort mehr Katholiken als hier. Überraschend sind die Zahlen, wie klerikal die Seelsorge auf den einzelnen Kontinenten geprägt ist.

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Erstmals gibt es in Afrika mehr Katholiken als in Europa. Mit 288 Millionen gab es 2024 in Afrika gut zwei Millionen mehr Katholiken als in Europa, wie aus den ersten Zahlen der weltweiten kirchlichen Statistik hervorgeht, die "Vatican News" veröffentlicht hat. 20,3 Prozent der Katholiken weltweit leben damit in Afrika, in Europa sind es 20,1 Prozent. Im Vorjahr war es noch umgekehrt: 2023 waren 20,4 Prozent der Katholiken Europäer und 19,9 Prozent Afrikaner. Die Zahlen stammen aus dem statistischen Jahrbuch des Vatikans für 2024, das zusammen mit dem Päpstlichen Jahrbuch 2026 veröffentlicht wird.

Insgesamt ist die Zahl der Katholiken weltweit von 1,406 Milliarden Gläubigen auf 1,422 Milliarden gestiegen. 17,8 Prozent aller Menschen sind damit katholisch. Der Gesamtanstieg bewegte sich damit erneut in etwa in der Höhe des Anstiegs der Weltbevölkerung insgesamt. Europa ist den Zahlen zufolge der am wenigsten dynamische Kontinent. Der Großteil der Katholiken lebt in Amerika, nämlich 47,7 Prozent aller katholischen Gläubigen. In Bezug auf die jeweilige Gesamtbevölkerung der Kontinente leben in Amerika 64,0 Prozent Katholiken, in Europa 39,7 Prozent, in Ozeanien 25,9 Prozent, in Afrika 19,9 Prozent und in Asien 3,3 Prozent.

Rückgang der Taufen, Steigerung der Priesterzahlen

Weltweit wurden 2024 13.065.918 Menschen getauft. Das ist ein leichter Rückgang um 0,6 Prozent. 40,7 Prozent der Taufen fanden in Amerika statt, 31,7 Prozent in Afrika. Leicht gestiegen sind die Erstkommunionen (um 1,1 Prozent auf 9.194.143) und die Firmungen (um 1,7 Prozent auf 7.823.882). Insgesamt wurden 1.818.998 katholische Trauungen vollzogen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Priester um knapp 500 auf 407.421 gestiegen, Bischöfe gibt es 5.525 (Vorjahr 5.430). Entgegen dem weltweiten Trend sank die Zahl der Priester in Europa um gut 2.000 auf 152.608. Gestiegen ist die Zahl der Ständigen Diakone um knapp 600 auf 52.102. Einen Rückgang um etwa 3.000 gab es bei den Seminaristen auf 103.604. Zuwachs an Seminaristen gibt es lediglich in Afrika. Dort stieg die Zahl der Seminaristen um 2,25 Prozent. In Asien (minus 8,98 Prozent) und Europa (minus 5,48 Prozent) sind die Rückgänge am deutlichsten.

Missionarinnen der Nächstenliebe, auch Mutter-Teresa-Schwestern genannt, durch eine belebte Straße in Dhaka in Bangladesch.
Bild: ©Turjoy Chowdhury/KNA (Symbolbild)

Die Zahl der Ordensfrauen ist weltweit leicht zurückgegangen.

Die Zahl der Priester umfasst auch die Ordenspriester, die von "Vatican News" nicht eigens ausgewiesen werden. Dazu kommen 48.500 männliche Ordensleute ohne Priesterweihe. Die Zahl der Ordensfrauen ist leicht um 0,5 Prozent auf 589.423 gesunken. Besonders in Europa (minus 3,5 Prozent) und Amerika (minus 3,2 Prozent) sanken die Zahlen, während Afrika als einziger Kontinent ein Plus von 2,6 Prozent meldete.

Europas Seelsorge immer noch durch Kleriker geprägt

Trotz des Rückgangs ist die Seelsorge in Europa weiterhin am stärksten durch Kleriker geprägt: 20,7 Prozent der Seelsorgenden sind in Europa geweiht. Ein ähnliches Verhältnis gibt es in Ozeanien mit 20,6 Prozent. Deutlich mehr nicht geweihte Seelsorgende gibt es in Afrika und Asien (je um die 10 Prozent) sowie Amerika mit 6,8 Prozent. In Amerika lebt auch der größte Teil der Laienmissionare und der Katecheten: Von den gut 460.000 Laienmissionaren wirken in Amerika 86,8, von den 2,9 Millionen Katecheten 55 Prozent.

Die jüngsten Zahlen aus Deutschland zur Kirchenmitgliedschaft stammen aus der Mitte März von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichten Kirchenstatistik für 2025. Demnach lebten in diesem Jahr in Deutschland 19.219.601 Katholiken, ein Rückgang um knapp 550.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Jahr wurden knapp 110.000 Taufen und 25 Priesterweihen gespendet.

Die jüngsten Zahlen zu Klerus, Ordensleuten und pastoralen Berufen in Deutschland stammen aus 2024. Einschließlich der Ordenspriester waren 11.417 Priester in den deutschen Bistümern tätig. Davon stammen 2.246 aus dem Ausland, vor allem Indien und Polen. Gut 3.100 Ständige Diakone sind in Deutschland tätig. Die in der Deutschen Ordensobernkonferenz zusammengeschlossenen Gemeinschaften verzeichnen 12.628 Mitglieder, davon 9.467 Ordensfrauen. Als Pastoral- und Gemeindereferenten arbeiten 6.816 Männer und Frauen. (fxn)