Abschlussgottesdienst in Würzburg

Katholikentag endet mit Friedensappellen – und Gruß vom Papst

Veröffentlicht am 17.05.2026 um 14:32 Uhr – Lesedauer: 

Würzburg ‐ Die Kirche muss die Brandherde dieser Welt löschen – mit diesem Aufruf ist der Katholikentag in Würzburg zu Ende gegangen. Ein Kardinal überbrachte Grüße von Papst Leo.

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Mit Appellen für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist am Sonntag der Deutsche Katholikentag in Würzburg zu Ende gegangen. Beim Abschlussgottesdienst unter freiem Himmel rief der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, zu mehr Engagement gegen Krieg und Leid auf. Anders als bei der verregneten Eröffnungsveranstaltung und dem Himmelfahrtsgottesdienst schien bei der Feier auf dem Residenzplatz die Sonne

Die Kirche müsse hinausgehen mitten ins Chaos und ins Leid dieser Welt, sagte Wilmer vor Tausenden Teilnehmern. "Eine Kirche, die hinausgeht, die Brandherde löschen will, wird vielleicht müde, vielleicht angegriffen, vielleicht missverstanden – aber sie wird leuchten."

Grüße von Papst Leo XIV.

Vor dem Gottesdienst überbrachte der Generalsekretär der Weltsynode, Kardinal Mario Grech, Grüße von Papst Leo XIV. Der Kurienkardinal würdigte insbesondere das Engagement junger Menschen beim Katholikentag und rief dazu auf, den christlichen Glauben mutig in die Gesellschaft hineinzutragen.

Wilmer verwies auf die humanitäre Lage im Sudan. "Im Sudan erleben wir derzeit die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit." Dort seien mehr als 30 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, etwa 12 Millionen auf der Flucht. Diese Zahlen dürften niemanden kaltlassen. "Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen. Wir dürfen die Menschen in Afrika nicht vergessen", so der Hildesheimer Bischof.

Kurienkardinal Mario Grech hört zu bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag
Bild: ©KNA/Katharina Gebauer

Überbrachte die Grüße von Papst Leo XIV.: Kardinal Mario Grech.

Lobend äußerte sich Wilmer über Leo XIV.: "Papst Leo XIV. geht hinaus, ist ein unerschrockener Anwalt des Friedens." Auch wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen, lasse sich der Papst nicht einschüchtern, sagte der Bischof und erhielt dafür Applaus.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte in einem Grußwort vor wachsendem Antisemitismus. Jüdisches Leben in Deutschland sei bedroht und nur noch unter Schutz möglich. Antisemitismus richte sich nicht nur gegen Juden, sondern gegen Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. "Beweisen Sie Zivilcourage. Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte", so Schuster.

Einladung nach Paderborn und Düsseldorf

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, zog als Veranstalterin eine positive Bilanz der fünf Tage in Würzburg. Gemeinsam habe man sich gegen Hass und Hetze gestellt. Der Katholikentag habe Mut gemacht, für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit einzustehen.

Zum Abschluss wurde zudem zum nächsten Deutschen Katholikentag eingeladen, der vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn stattfinden soll. Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz warb für seine Stadt als gastfreundlichen Ort. Bereits vom 5. bis 9. Mai 2027 findet unter dem Motto "Du bist kostbar" der Deutsche Evangelische Kirchentag in Düsseldorf statt. Die Losung erinnere daran, dass jeder Mensch wertvoll sei, unabhängig von Herkunft, Meinung oder Lebensweg, sagte Kirchentagspräsident Torsten Zugehör.

Der Deutsche Katholikentag in Würzburg dauerte von Mittwoch bis Sonntag und stand unter dem Leitwort "Hab Mut, steh auf!". Zu den Gottesdiensten, Diskussionen und Kulturveranstaltungen kamen mehrere zehntausend Teilnehmer aus ganz Deutschland zusammen. (KNA)