Leo XIV. zu Pfingsten: Liebe siegt im Krieg, nicht Supermächte
Mit einem Appell für Frieden und Versöhnung begeht Papst Leo XIV. das Pfingstfest. Bei der Messe am Sonntag im Petersdom ermutigte er die Christen, die Botschaft von Gottes Liebe in aller Welt zu verkünden. "Wir sehen deutlich, dass es Veränderungen gibt, die die Welt nicht erneuern, sondern sie durch Irrtümer und Gewalt altern lassen", kritisierte Leo. Der Heilige Geist aber verwandele die Geschichte und öffne sie für das Heil – weil er den Verstand hell mache und im Herzen neue Lebenskraft wecke.
Geburtsfest der Kirche
Pfingsten ist für Christen das Fest des Heiligen Geistes; es gilt als das Geburtsfest der Kirche. Die Apostelgeschichte in der Bibel berichtet, wie die Jünger Jesu durch das Pfingstwunder "mit Heiligem Geist erfüllt wurden und begannen, mit anderen Zungen zu reden". Das sogenannte Sprachenwunder will darauf hinweisen, dass die Verkündigung der Botschaft Jesu sprachübergreifende Bedeutung für die ganze Welt hat.
Am Pfingstsonntag erinnerte Leo die Menschen daran, dass sie an dieser Verkündigung beteiligt seien. "Dank des Geistes können wir allen Menschen wahren Frieden bringen" und Christus als die "rettende Wahrheit". Er gieße den Geist des Friedens in der Geschichte aus und schließe dabei niemanden aus. Zum Abschluss seiner Predigt rief der Papst zu einem Friedensgebet auf, damit der Geist des auferstandenen Christus "uns vom Übel des Krieges befreit". Denn Krieg werde nicht durch eine Supermacht gewonnen, sondern durch die Allmacht der Liebe besiegt.
Erinnerung an Vorgänger Franziskus
Auf dem Petersplatz erinnerte Leo XIV. später an seinen Vorgänger Franziskus (2013–2025), dessen Amtszeit von der Vision einer offenen Kirche für alle geprägt gewesen sei. In dieser Kontinuität rief Leo XIV. zu Offenheit und Gastfreundlichkeit auf, "auch denen gegenüber, die ihre Türen für Gott, für andere, für die Hoffnung und für die Lebensfreude verschlossen haben".
Widerstände, Egoismus, Misstrauen und Vorurteile müssten überwunden werden und eine Welt müsse entstehen, in der unter allen Völkern Frieden herrscht. "Wo der Geist des Herrn ist, dort entsteht Geschwisterlichkeit zwischen den Menschen, den Gruppen und den Völkern der Erde, und alle sprechen die einzige Sprache der Liebe, die die Verschiedenheiten vereint und in Einklang bringt", so der Papst wörtlich. (stz/KNA)
