Bischof Kohlgraf übernimmt politische Patenschaft für Iranerin

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf übernimmt die politische Patenschaft für die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und verbindet das mit der Forderung nach ihrer Freilassung. Das teilte das Bistum mit. Die Sacharow-Preisträgerin Sotoudeh war vor einem Monat im Iran festgenommen worden. Sie wird den Angaben zufolge an einem unbekannten Ort festgehalten.
Bei politischen Patenschaften handelt es sich um ein Programm der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Dabei wählen Abgeordnete und weitere Mandatsträger einen politischen Gefangenen aus und setzen sich mit ihrem politischen Gewicht für seine oder ihre Freiheit ein. Seit 2009 wurden bereits mehr als 300 politische Patenschaften initiiert.
"Klares Zeichen der Menschlichkeit"
"Mit dieser Patenschaft setzt Bischof Kohlgraf ein klares Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und der Verantwortung gegenüber einer Frau, die seit Jahren mutig und friedlich für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Freiheit im Iran eintritt", erläuterte der Menschenrechtsaktivist Behrouz Asadi. Er hat die politische Patenschaft zwischen Kohlgraf und der IGFM vermittelt.
Auch die IGFM fordert die sofortige Freilassung Sotoudehs. Gleichzeitig macht sie auf die tausenden weiteren politischen Gefangenen der Islamischen Republik Iran aufmerksam, denen langjährige Haft, Folter und Hinrichtung droht. Bischof Kohlgraf hatte bereits im Jahr 2022 politische Patenschaften für zwei Gefangene im Iran übernommen. Bei den beiden Inhaftierten handelt es sich um Arian Farzamnia und Mahmoud Mehrabi. (KNA)