San Gennaros Blut fließt wieder – Wunder von Neapel erneut eingetreten
Gute Nachrichten aus Neapel: Das Blutwunder des heiligen Januarius hat sich am Samstag wiederholt! Laut lokalen Medien, hat sich das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des neapolitanischen Stadtpatrons San Gennaro am Samstag im Dom Neapels verflüssigt. Die Ankündigung erfolgte durch den Erzbischof von Neapel, Kardinal Domenico Battaglia, der das Wunder um 17.03 Uhr auf dem Vorplatz der Kathedrale unter dem Beifall der Gläubigen verkündete. Wird das Blut in der Ampulle nicht flüssig, gilt das den Neapolitanern als schlechtes Omen.
Battaglia betonte dagegen in seiner Predigt, dass das Blut nicht als Vorzeichen interpretiert werden dürfe. Stattdessen wies er auf die Bedeutung der Reliquie des Heiligen hin. Januarius wurde der Überlieferung nach zur Zeit der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian in Pozzuoli bei Neapel enthauptet.
Erinnerung an einen echten Menschen
Reliquien dürften nicht nur als Zeichen der Vergangenheit gesehen werden: "Sie sind Splitter des gelebten Evangeliums, leuchtende Wunden, Leben, die noch immer rufen, und unter diesen Leben ist das unseres geliebten Märtyrers Gennaro, kein Heiligenbildchen, das man vorzeigen kann, sondern ein echter Mensch, der gezittert hat, der gelitten hat, der Gewalt durchlebt hat, ohne sich vom Hass anstecken zu lassen, ein Mensch, der sich hätte retten können, sich aber stattdessen dafür entschieden hat, der Liebe treu zu bleiben." Das Blut wolle sagen: "Vertraue auf das Evangelium, stelle dich in den Dienst der Menschen und gehe deinen Weg, indem du alles auf die treue Liebe Gottes setzt", so der Kardinal weiter.
Seit Jahrhunderten verflüssigt sich das Blut des Stadtpatrons an seinem Gedenktag, dem 19. September und an zwei weiteren Terminen: am Samstag vor dem ersten Mai-Sonntag, dem Fest der Übertragung der Reliquien nach Neapel, sowie am 16. Dezember, dem Gedenktag einer Warnung vor dem Vesuv-Ausbruch im Jahr 1631. Das Blutwunder ist seit dem Mittelalter belegt. Zuletzt hat sich das Ereignis beim dritten Termin des Jahres 2025 wiederholt. Eine naturwissenschaftliche Erklärung für das Blutwunder sehen Wissenschaftler darin, dass es sich bei dem Märtyrerblut um einen Stoff handelt, der erst durch Bewegung zu fließen beginnt. In der physikalischen Fließkunde nennt man diese Eigenschaft Thixotropie. (fxn)
