Angriff auf Ordensfrau in Jerusalem – Verdächtiger gefasst

Die Jerusalemer Polizei hat am Mittwoch einen 36-jährigen Mann festgenommen. Er steht unter dem Verdacht, am Dienstagnachmittag am Rande der Jerusalemer Altstadt aus rassistischen Motiven eine katholische Ordensfrau angegriffen zu haben, teilte ein Polizeisprecher mit.
Der Angriff, bei dem die Ordensfrau Verletzungen im Gesicht davontrug, ereignete sich laut Polizei in der Nähe des sogenannten Davidsgrabs und des Abendmahlssaals auf dem Zionsberg, auf dem auch die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio liegt. Die Polizei kündigte an, eine Verlängerung der Untersuchungshaft zu beantragen. Man gehe mit aller Härte gegen Gewalt vor, insbesondere gegen rassistisch motivierte Gewalt.
Scharfe Kritik an Attacke
Bei der Ordensfrau handelt es sich um eine Forscherin an der renommierten dominikanischen École biblique et archéologique française de Jérusalem (EBAF), wie deren Direktor Olivier Poquillon auf "X" mitteilte. Der Dominikanerpater sprach von einem "Akt sektiererischer Gewalt". Die Ordensschwester sei von einem Mann von hinten umgestoßen worden und beim Sturz gegen einen Stein geschlagen, schilderte ein örtlicher Priester den Angriff unter Berufung auf die Ordensfrau. Der Angreifer habe nach ihr getreten und erst abgelassen, als Passanten eingriffen.
Das israelische Außenministerium verurteilte den Angriff. "Diese schändliche Tat steht in direktem Widerspruch zu den Werten des Respekts, des Zusammenlebens und der Religionsfreiheit, auf denen Israel gegründet ist und denen es sich nach wie vor zutiefst verpflichtet fühlt." (KNA)