Elftägige Auslandsreise

Papst Leo XIV. setzt Afrikareise in Kamerun fort – Hoffen auf Dialog

Veröffentlicht am 15.04.2026 um 17:28 Uhr – Lesedauer: 

Algier/Yaoundé ‐ Während die Weltöffentlichkeit weiter über die Auseinandersetzung mit US-Präsident Trump spricht, setzt Papst Leo XIV. seine Afrikareise unbeirrt fort. Nun begann die zweite Etappe in Kamerun – mit großen Hoffnungen.

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Vor dem Hintergrund des verbalen Konflikts mit der US-Regierung hat Papst Leo XIV. seinen Afrikabesuch fortgesetzt. Am Mittwoch reiste er nach Kamerun, dem zweiten Ziel der elftägigen Reise. In der Hauptstadt Yaoundé wird der Papst von Kameruns Präsident Paul Biya empfangen. Der 93-Jährige ist seit 1982 an der Macht und damit das derzeit am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt.

Zuvor hatte der Papst Algerien besucht, sein erstes Reiseziel. Innerhalb von zwei Tagen absolvierte Leo XIV. zahlreiche Termine in Algier und in Annaba, der zweitgrößten Stadt des Landes. Am Montag stand der Dialog zwischen Christen und Muslimen im Mittelpunkt, die in Algerien die Mehrheit bilden.

Verbalattacken von Donald Trump kein Thema mehr

Leo XIV. dankte der christlichen Minderheit Algeriens, die im Fokus des zweiten Reisetages stand. Am Dienstag besuchte der Papst die Überreste der antiken Küstenstadt Hippo regius. Dort hatte sein geistlicher Vater, der heilige Augustinus (354–430), über 30 Jahre seinen Bischofssitz. Der aktuelle Papst trat vor fast 50 Jahren in den Augustinerorden ein und beschrieb im Flugzeug den Kirchenlehrer als eine sehr wichtige Person – sowohl aus historischer Betrachtungsweise als auch aus aktueller.

Auf dem Flug von der algerischen Hauptstadt Algier nach Yaoundé machte er sich zudem für Einheit und Respekt unter allen Völkern stark. Es gelte, Brücken zu bauen und den Dialog aller Menschen zu fördern. Fragen von Journalisten waren nach dem knapp vierminütigen Statement nicht zugelassen. Anders als zu Beginn der Reise am Montag waren die Verbalattacken von US-Präsident Donald Trump sowie die daraufhin weltweit ausgelöste Debatte auf dem Flug diesmal kein Thema.

Der kamerunische Präsident Paul Biya.
Bild: ©picture alliance/Pool/Blondet Eliot/Maxppp/MAXPPP/dpa (Archivbild)

Der 93-jährige Paul Biya ist seit 1982 Präsident Kameruns und damit das derzeit am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt.

Im Unterschied zu Algerien ist Kamerun ein mehrheitlich christliches Land. Rund 70 Prozent der gut 30 Millionen Einwohner bekennen sich zum Christentum, wobei die Katholiken die Mehrheit stellen.

Der Besuch des Papstes wird von vielen Hoffnungen begleitet: Staatschef Biya werden ein autoritärer Regierungsstil sowie Unterdrückung politischer Gegner vorgeworfen. In nördlichen Landesteilen bedroht zudem die islamistische Terrormiliz Boko Haram die Bevölkerung, während die englischsprachige Minderheit des mehrheitlich französischsprachigen Staates systematisch unterdrückt wird.

Hoffnung auf Dialog durch Papstbesuch

Beobachter erhoffen sich deshalb eine positive Wirkung durch den Papstbesuch. Aus Sicht von Léon Yanda, Direktor von Misereor-Partner Codas Caritas, kann dadurch ein Dialog entstehen. Auch die Freilassung politischer Gefangener im Rahmen der Papstreise sei möglich, sagte Yanda der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In Kamerun wird der Papst bis Freitag bleiben. Weitere Stationen der Afrikareise Leos XIV. sind bis 23. April Angola und Äquatorialguinea. Es ist die bisher längste Reise des Oberhaupts von rund 1,4 Milliarden Katholiken, der als erster gebürtiger US-Amerikaner das Papstamt innehat. (KNA)