Kurz vor Besuch von Papst Leo XIV.

Spaniens Rechte greift Bischof wegen Äußerungen zu Migration an

Veröffentlicht am 23.04.2026 um 12:28 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Der Umgang mit Migranten beherrscht in vielen Ländern Europas die politischen Debatten. In Spanien verschärft sich jetzt der Ton – und das kurz vor dem Besuch von Papst Leo XIV.

  • Teilen:

Wegen seiner Äußerungen über fehlendes Mitgefühl für afrikanische Bootsmigranten wird Bischof José Mazuelos von der spanischen Rechtspartei Vox angegriffen. Der Bischof der Kanarischen Inseln hatte am Mittwoch bei der Vorstellung des für Juni geplanten Besuchsprogramms von Papst Leo XIV. seine Hoffnung bekundet, der Papst werde durch seine Anwesenheit auf den spanischen Atlantikinseln "Licht auf diese Realität werfen". Er sprach von harten Lebensbedingungen der Bootsmigranten – und über jene, die auf dem Seeweg zu den vor Westafrika liegenden spanischen Ferieninseln ums Leben kommen.

Zu kritischen Stimmen in Spanien, die gegen eine Aufnahme der illegal ankommenden Migranten sind, sagte der Bischof, man sollte die Kritiker für fünf Tage in eines der Boote setzen, damit sie verstünden, was die Betroffenen durchmachten. "Sie müssen natürlich aufgenommen und versorgt werden. Wer Christ und Mensch sein will, muss sich um sie kümmern", betonte Mazuelos.

Rechtspopulisten sind erzürnt

Mazuelos vermied es zwar, konkret politische Parteien zu nennen, doch offenbar fühlte sich die rechtspopulistische Vox angesprochen. Vox-Chef Santiago Abascal warf dem Bischof vor, "von illegaler Einwanderung zu profitieren". An die Adresse Mazuelos gerichtet, erklärte der Politiker: "Sie sollten aus ihrem Palast herauskommen und die Folgen für die Spanier selbst erleben."

Die Kanarischen Inseln sind seit Jahren Ziel tausender Migranten aus Zentral- und Westafrika. Vor allem die Betreuung der zunehmenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Migranten stellt die Inselregierung, aber auch die kirchlichen Hilfsorganisationen wie die Caritas vor immer größere Probleme. Die Vox-Partei spricht sich für eine restriktivere Asylpolitik und Massenabschiebungen aus.

Unterdessen sprach sich Bischof Mazuelos dafür aus, den Papstbesuch auf den Kanaren beim Thema Migration nicht "als politische Waffe gegen die eine oder andere Seite zu missbrauchen". (KNA)