Verbesserung der Verhältnisse sei fraglich

Kardinal Marx verurteilt Angriff auf Iran als "illegitim"

Veröffentlicht am 15.03.2026 um 13:52 Uhr – Lesedauer: 

Mühldorf ‐ Deutliche Worte aus München zum Iran-Konflikt. Kardinal Marx hält den Angriff von Israel und den USA für moralisch nicht zu rechtfertigen. Und ruft dazu auf, den Zerfall der Weltordnung nicht widerstandslos hinzunehmen.

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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat den Angriff Israels und der USA auf Iran scharf kritisiert. "Nach den Kriterien der katholischen Soziallehre ist dies ein illegitimer Krieg, den wir nicht akzeptieren können", sagte Marx am Wochenende im oberbayerischen Mühldorf. Er könne keine Kriterien erkennen, die diesen Krieg jetzt rechtfertigten. Krieg sei "das schlimmste Übel, er zerstört die Seelen und die Moral, der Preis ist hoch, gerade für die Zivilbevölkerung". Überdies sei fraglich, ob er eine Verbesserung der Verhältnisse bringe.

Marx äußerte sich bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Münchner Katholiken. Mit Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage warnte er davor, bisher gültige Ordnungen aufs Spiel zu setzen. "Die großen Themen wie der Universalismus, der eine Planet, die Verantwortung aller, das steht nicht mehr im Fokus", beklagte er. "Vieles ist weg, wofür wir lange gekämpft haben." Der Kardinal rief dazu auf, sich damit nicht abzufinden: "Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, jetzt erst recht, da müssen wir dabei sein, auch als Kirche und als einzelne Bürger." Europa behalte seine Relevanz, auch als "ethisches Projekt, als christliches Projekt". (KNA)