Internationale Kampagne gegen Bergbau

Kirche soll Gold-Investments stoppen – das fordern Aktivisten

Veröffentlicht am 20.03.2026 um 18:05 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Mit dem steigenden Goldpreis gewinnen auch Goldminen-Aktien kräftig an Wert. Kirchliche Investoren sollten beides dennoch meiden – aus ethischen Gründen. Das meinen jedenfalls kirchliche Aktivisten aus mehreren Ländern.

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Gegen Geldanlagen in Gold und Goldminen haben sich Kirchenvertreter aus Lateinamerika und Afrika sowie aus dem Vatikan ausgesprochen. Bei einer Pressekonferenz im Vatikan sagten sie am Freitag, solche Anlagen entsprächen nicht den ethischen Standards der katholischen Soziallehre. Insbesondere verwiesen sie auf die Grundsätze, die Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika Laudato si von 2015 formuliert hatte. Die Vertreter haben sich zu einer internationalen "Platform for Divestment from Mining" (Plattform für Nicht-Investition in Bergbau) zusammengeschlossen, die derzeit in Rom tagt.

Für den Vatikan kritisierte Kurienkardinal Fabio Baggio von der Entwicklungsbehörde, der zunehmende Abbau von Edelmetallen im industriellen Bergbau bewirke "in vielen Regionen der Welt tiefgreifende soziale Spannungen und schwere Umweltschädigungen". Er werde oft ohne Berücksichtigung der Interessen der Menschen vor Ort und ohne Rücksicht auf die Folgen für die Umwelt vorangetrieben. Dies widerspreche der christlichen Tradition, in der die Schöpfung als eine Gabe Gottes angesehen werde. 

Profit durch Umweltzerstörung

Kardinal Álvaro Ramazzini aus Guatemala erinnerte an den ganzheitlichen Ansatz von Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika Laudato si. Aus seiner Erfahrung mit Gold- und Silberminen internationaler Konzerne in Guatemala wisse er, wie sehr deren Aktivitäten der Umwelt schadeten. Von den Gewinnen profitiert hätten nicht die dort lebenden Menschen, sondern die Aktionäre der Unternehmen.

Aus Österreich berichtete die in der dortigen Bischofskonferenz für Mission und Soziales zuständige Ordensfrau Anneliese Herzig, dass die katholische Kirche in Österreich seit 2024 ihre Richtlinien für ethische Geldanlagen geändert habe. Investitionen in physisches Gold und dessen Förderung seien nun nicht mehr richtliniengemäß. Die Kirche müsse auf die Menschen hören, die wegen der industriellen Goldförderung von Umweltzerstörung und Ausbeutung betroffen seien.

Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um rund 50 Prozent gestiegen, einige Goldminen-Aktien legten sogar um mehr als 70 Prozent zu. Kirchliche Stellen, darunter auch die Vatikanbank, haben in der Vergangenheit wiederholt größere Summen in Gold angelegt. (KNA)