Umsetzung der Beschlüsse der Weltsynode

Bischof Bonny: Möchte bis 2028 verheiratete Männer zu Priestern weihen

Veröffentlicht am 20.03.2026 um 10:17 Uhr – Lesedauer: 

Antwerpen ‐ Ein bemerkenswerter Schritt: Der Antwerpener Bischof Johan Bonny will künftig "viri probati" zu Priestern weihen. Diese Frage sei für Bischöfe zur Gewissensfrage geworden, betont er – und beruft sich auf die Weltsynode.

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Der Antwerpener Bischof Johan Bonny hat angekündigt, verheiratete Männer zu Priestern weihen zu wollen. Er werde "alles daran setzen, bis 2028 verheiratete Männer in unserer Diözese zu Priestern zu weihen", schreibt der Bischof in einem am Donnerstag veröffentlichten Hirtenbrief zur Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynode in seinem Bistum. Er werde persönlich auf die Männer zugehen und dafür sorgen, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt die erforderliche theologische Bildung und pastorale Erfahrung hätten. "Diese Vorbereitung wird transparent, aber diskret erfolgen, fernab vom Rampenlicht der Medien", so Bonny. "Die nächsten zwei Jahre werden auch dazu dienen, die notwendige Kommunikation und die erforderlichen Vorkehrungen sowohl mit der Belgischen Bischofskonferenz als auch mit dem Vatikan sicherzustellen, da wir voneinander lernen können."

Die Weihe verheirateter Männer sei für viele Bischöfe zur Gewissensfrage geworden, betonte Bonny. Bei jeder synodalen Diskussion unter Gläubigen komme diese Frage auf, schildert er. "Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie es tun wird und wer es tun wird. Jede Verzögerung wirkt wie eine Ausrede."

Synodal-missionarischer Prozess habe sonst keine Chance

Als Begründung nennt Bonny unter anderem den Priestermangel in seinem Bistum. Es gebe dort so gut wie keine unverheirateten Männer, die sich zu Priestern weihen lassen wollen. Ausländische Priester würden gegenwärtig die Lücken füllen. "Aber sie können nicht all unsere Bedürfnisse erfüllen. Sie kommen, um uns zu helfen, nicht um uns zu ersetzen." Zudem gebe es bereits zahlreiche verheiratete Priester aus den katholischen Ostkirchen oder solche, die aus anderen christlichen Konfessionen konvertiert seien. "Niemand kann länger erklären, warum die Weihe von verheirateten Männern für die Seminaristen katholischer Ostkirchen oder für katholische Konvertiten möglich ist, aber nicht für ursprüngliche katholische Berufungen."

Bonny sieht den Schritt als eine Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynode in seiner Diözese. "Es ist eine Illusion, zu denken, dass ein ernsthafter synodal-missionarischer Prozess im Westen noch eine Chance ohne die Weihe verheirateter Männer zu Priestern hat", so Bonny. Nach dem Ende der zweiten Sitzungsperiode der Weltsynode und der Veröffentlichung des Abschlussdokuments im Herbst 2024 befindet sich der von Papst Franziskus (2013–2025) initiierte Prozess gegenwärtig in der Umsetzungsphase. Bis Dezember 2026 sind die Ortskirchen aufgerufen, die Eingaben aus dem Abschlussdokument umzusetzen. Zum Abschluss des weltweiten synodalen Prozesses soll es im Oktober 2028 eine Kirchenversammlung im Vatikan geben. 

Innerhalb der Kirche wird seit Jahren über die Weihe geeigneter verheirateter Männer diskutiert. Die Amazons-Synode (2019) sprach sich für die Weihe solcher "viri probati" aus, Papst Franziskus griff das Votum in seinem nachsynodalen Schreiben "Querida Amzonia" (2020) aber nicht auf. Das katholische Kirchenrecht verpflichtet Priester zum Zölibat. (cbr)