Steinmeier: Aktion verdient viel mehr Wertschätzung

Sternsinger beim Bundespräsidenten und im Kanzleramt – ohne Merz

Veröffentlicht am 06.01.2026 um 15:50 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Alle Jahre wieder besuchen die Sternsinger das Schloss Bellevue und das Kanzleramt in Berlin und geben ihren Segen. Doch in diesem Jahr gab es eine Premiere: Kanzleramtschef Thorsten Frei musste den Bundeskanzler vertreten.

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Die Sternsinger haben am Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue und Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) im Kanzleramt besucht und ihren Segen gegeben. Zunächst schrieben am Morgen 20 Kinder und Jugendliche aus dem Erzbistum Paderborn am Dreikönigstag "20*C+M+B+26" an das Eingangsportal des Schlosses Bellevue. Die Abkürzung steht für "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus) und das aktuelle Kalenderjahr.

Steinmeier dankte den Sternsingern für ihr Engagement. Die Aktion verdiene viel mehr öffentliche Wertschätzung und Anerkennung, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Daher habe er die Sternsinger auch in seiner jüngsten Weihnachtsansprache erwähnt. Seine Ehefrau Elke Büdenbender sagte, die Sternsinger machten die Welt ein Stück besser.

Kanzleramtschef vertritt Bundeskanzler

Der Bundespräsident empfing den königlichen Besuch bereits zum achten Mal in seinem Amtssitz. Er führt damit eine Tradition fort, die schon seine Amtsvorgänger gepflegt haben. Im Schloss Bellevue wird es für Steinmeier allerdings der letzte Empfang der Sternsinger gewesen sein, da das Gebäude umfassend saniert werden soll. Steinmeiers Amtszeit endet im kommenden Jahr.

Am Nachmittag besuchten dann Sternsinger-Gruppen aus allen 27 deutschen Bistümern das Kanzleramt. Eigentlich wollte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Königinnen und Könige selbst empfangen, war aber wegen eines Ukraine-Treffens in Paris verhindert und wurde durch Frei vertreten. Nach Angaben des Kindermissionswerks ist es das erste Mal, dass ein Bundeskanzler nicht an dem seit 1984 bestehenden Empfang im Kanzleramt teilnehmen kann. Der Kanzleramtschef bedankte sich für den Dienst der Sternsinger. "Mit dem, was ihr tut, betreibt ihr Nächstenliebe. Ihr seid damit ein Vorbild für viele Gleichaltrige, aber auch viele Erwachsene", sagte er. "Die Herausforderungen in der Welt sind oft groß, aber das darf keine Entschuldigung sein, nichts zu tun."

Einsatz gegen Kinderarbeit

Das diesjährige 68. Dreikönigssingen des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" steht unter dem Motto "Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit". Im Kanzleramt machten die Sternsinger auf Schicksale von Kindern in Bangladesch aufmerksam, die aufgrund von Kinderarbeit nicht zur Schule gehen können. "Bildung und die Chance, lernen zu können, sind die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben", so Frei.

Die Sternsinger-Aktion, bei der rund um den Jahreswechsel bundesweit zehntausende Kinder und Jugendliche von Tür zu Tür gehen, gilt als die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Seit dem Start im Jahr 1959 kamen so nach Angaben der Organisatoren 1,4 Milliarden Euro zusammen – für Sozialprojekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Hinter der Aktion stehen das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und die katholischen Jugendverbände in Deutschland. (KNA)