US-Präsident bezeichnete Leo XIV. als "Katastrophe"

Erste Vatikan-Reaktion auf Papst-Kritik: Trump zeigt "Ohnmacht"

Veröffentlicht am 13.04.2026 um 09:42 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Mit scharfen Worten hat US-Präsident Trump Papst Leo XIV. kritisiert. Eine erste Reaktion aus dem Vatikan sieht in Trumps Attacke vor allem ein Zeichen der Ohnmacht. Auch die US-Bischöfe haben sich schon geäußert.

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Als "Deklaration der Ohnmacht" hat ein Vatikan-Offizieller die Verbalattacke von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. eingeordnet. Der Jesuit Antonio Spadaro, Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans, schrieb am Montagmorgen in Sozialen Medien: "Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese Stimme nicht in ihre Schranken weisen kann."

Spadaro fährt fort: "Trump argumentiert nicht mit Leo, er fleht ihn an, eine Sprache zu benutzen, die er kontrollieren kann. Aber der Papst spricht eine andere Sprache. Eine, die nicht auf die Grammatik von Gewalt, Sicherheit und nationalem Interesse reduziert werden kann."

Weiter schreibt Spadaro: "In diesem Sinn ist die Attacke eine Deklaration der Ohnmacht. Weil sie nicht in der Lage ist, diese Stimme ungehört zu machen, versucht die Macht, sie zu delegitimieren. Aber indem sie das tut, erkennt sie indirekt ihr Gewicht an." Der italienische Jesuit ist seit 2023 dritter Mann im vatikanischen Dikasterium für Kultur und Bildung. Zuvor war er Chefredakteur der einflussreichen Jesuitenzeitschrift "La Civiltà Cattolica".

Trump: "Leo schadet der Kirche"

Trump hatte Sonntagnacht auf seiner eigenen Plattform geschrieben, Leo XIV. sei "SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik". Zuvor hatte sich das Kirchenoberhaupt wiederholt kritisch über Kriegsrhetorik und Kriegsführung des US-Präsidenten geäußert.

"Leo sollte dankbar sein", so Trump weiter. "Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete er. "Er stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb dort draufgesetzt, weil er Amerikaner war und man dachte, das wäre der beste Weg, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen." Trump warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner "laschen" Haltung zu schaden: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker".

Trumps Attacke gegen den Papst wurde auch von den US-Bischöfen bereits verurteilt. "Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat", heißt es in einer Mitteilung vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Paul Coakley. Der Papst sei weder ein Gegner des US-Präsidenten, noch ein Politiker. "Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Heil der Seelen eintritt", so der Erzbischof von Oklahoma City. (KNA)