Familie, Finanzen und Umbrüche
Die "Baustellen" der Kirche in Deutschland 2015

Familie, Finanzen und Umbrüche

Pegida-Demonstrationen, Sterbehilfe, die Aufnahme von Flüchtlingen und Zuwanderern: Viele politische Debatten, die das vergangene Jahr geprägt haben, werden 2015 fortgeführt - und weiterhin auch die katholische Kirche in Deutschland beschäftigen. Gleiches gilt für die meisten innerkirchlichen Themen, etwa für das Bestreben nach mehr Transparenz in Finanzfragen, ausgelöst durch den Skandal um die millionenschweren Bauten des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.
"Finanzen dienen der Pastoral"
Bistum Osnabrück legt erstmals ausführlichen Finanzbericht vor

"Finanzen dienen der Pastoral"

Das Bistum Osnabrück hat erstmals einen Bericht seiner Finanz- und Vermögenslagen vorgelegt. Die Diözese präsentierte am Dienstag in Osnabrück Jahresabschlüsse für die drei großen Körperschaften Bistum, Bischöflicher Stuhl und Domkapitel. Dies werde künftig jährlich geschehen, erläuterte Generalvikar Theo Paul. "Wir wollen transparent und nachvollziehbar zeigen, wie wir mit dem uns anvertrauten Geld umgehen." Auch würden Kontrollmechanismen durch externe Wirtschaftsprüfer ausgebaut.
Verschiedene Euro-Scheine.
Europarat bescheinigt Vatikan mehr Transparenz gegen Geldwäsche

Bessere Gesetze zeigen Wirkung

Der Vatikan hat dem Europarats-Ausschuss Moneyval zufolge wichtige Fortschritte hin zu mehr Transparenz seiner Finanzgeschäfte gemacht. Der Expertenausschuss des Europarates für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bescheinigte dem Kirchenstaat deutliche Verbesserungen seiner gesetzlichen Regelungen zum Kampf gegen diese Vergehen, wie der Vatikan am Montagabend bekanntgab. Moneyval will den Fortschrittsbericht am Donnerstag auf seiner Internetseite veröffentlichen.
Durch die Kuppel des Vatikan fällt ein Lichtstrahl.
Moneyval legt zweiten Bericht zu Geldwäsche-Bekämpfung vor

Mehr Transparenz im Vatikan?

Im Sommer 2012 stellten unabhängige Fachleute dem Vatikan erstmals ein Zeugnis für ein äußerst heikles Feld aus: die Transparenz seiner Finanzgeschäfte. Moneyval, ein Expertenkomitee des Europarats für die Bekämpfung von Geldwäsche, bescheinigte dem Vatikan im Juli, in kurzer Zeit beachtliche Fortschritte erzielt zu haben; es gebe jedoch auch weiterhin grundlegende Mängel zu beheben. Wie weit dies zwischenzeitlich geschehen ist, ist Gegenstand des sogenannten Fortschrittsberichts von Moneyval.
Ansonsten ist die Kirche dunkel.
Mehrere deutsche Bistümer veröffentliche Finanzen des bischöflichen Stuhls

Licht ins Dunkel bringen

Der Fall Limburg sorgt derzeit für Aufsehen. Die Baukosten für das dortige Diözesane Zentrum von rund 31 Millionen Euro haben nicht nur unter Katholiken Diskussionen ausgelöst. Häufig war jedoch auch zu lesen, dass mit 2,5 Millionen Euro nur ein relativ geringer Anteil davon aus Kirchensteuermitteln finanziert wurde. Der Rest stammt laut Diözese aus dem Vermögen des Bischöflichen Stuhls in Limburg. Doch was heißt das überhaupt? Nach und nach machen andere deutsche Bistümer diese Finanzen transparent.
Im wehrhaften Turm Nikolaus V. beim Diensteingang zum Vatikan befindet sich der Sitz der Vatikanbank IOR.
Vatikanische Finanzaufsicht legt ersten Jahresbericht vor

Mehr Transparenz

Dieses Szenario wäre vor einigen Jahren noch so unwahrscheinlich erschienen wie ein Kammerdiener , der den Papst bestiehlt: Eine vatikanische Finanzaufsichtsbehörde, die von einem Schweizer geleitet wird und dann auch noch öffentlich Rechenschaft über ihr Tun ablegt. An diesem Mittwoch wird es Wirklichkeit: Rene Brülhart, der Direktor der "Autorita di Informazione Finanziaria" (AIF), legt nach ihrem ersten vollen Arbeitsjahr einen Bericht vor.